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An: Bürgermeister und Marktgemeinderat von Bruckmühl
Keine Erhöhung der Kita-Beiträge!
Mit der Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG) entfällt ab Januar 2027 der 100-Euro-Zuschuss zum Elternbeitrag für die Kinderbetreuung. Über andere Posten fließt die Förderung aber weiterhin. Trotzdem will der Bürgermeister von Bruckmühl in Zukunft 165 € für die Kinderbetreuung verlangen.
Wir fordern den Marktgemeinderat auf, die Elternbeiträge für Kinder ab 3 Jahren bei 65 € zu belassen.
Insbesondere die Kinder, die am wenigsten Spielzeug haben, in den kleinsten Wohnungen leben und die wenigsten Ausflüge unternehmen können, werden sonst zu Hause bleiben. Kinderbetreuung darf nicht zur Kostenfrage werden, die über Bildungschancen entscheidet.
Wir bitten Sie: Halten Sie die Beiträge stabil, so dass weiterhin alle Kinder betreut werden können.
Warum ist das wichtig?
Kinderbetreuung ist keine Nebensache – sie entscheidet darüber, wie Kinder aufwachsen und welche Chancen sie im Leben bekommen. Wenn Eltern ab Januar 2027 plötzlich 100 € mehr im Monat für einen Kita-Platz zahlen müssen, trifft das nicht alle Familien gleich. Für manche Haushalte sind 100 € eine spürbare, aber verkraftbare Mehrbelastung. Für andere ist es der Unterschied zwischen "Kind geht in die Kita" und "Kind bleibt zu Hause".
Genau die Kinder, die am meisten von früher Bildung und sozialem Kontakt profitieren würden, sind es, die als Erste aus der Betreuung herausfallen, wenn die Kosten steigen. Nicht weil ihre Eltern sich nicht kümmern, sondern weil das Geld am Monatsende schlicht nicht reicht.
Es geht hier nicht nur um einzelne Familien. Wenn Kita-Plätze für einen Teil der Kinder unerschwinglich werden, wächst eine Gemeinde auseinander, statt zusammenzuhalten. Kinder, die früh betreut werden, kommen besser vorbereitet in die Schule. Eltern, die entlastet werden, können arbeiten, sich engagieren, Teil der Gemeinde sein. Beides – Bildungsgerechtigkeit und der Zusammenhalt vor Ort – steht auf dem Spiel, wenn Betreuung plötzlich zur Frage des Geldbeutels wird.
Dabei ist wichtig: Diese Mehrbelastung ist nicht zwingend. Der Freistaat Bayern hat zugesichert, die Kinderbetreuung weiterhin zu fördern – nur eben über einen anderen Weg als bisher. Das bedeutet, die Gemeinde hat die Möglichkeit, diese Förderung wie gewohnt an die Eltern weiterzugeben, statt sie an anderer Stelle zu verwenden. Die Entscheidung, ob Eltern mehr zahlen müssen, liegt also nicht allein beim Freistaat – sie liegt auch bei uns, vor Ort.
Wir bitten den Marktgemeinderat, diese Entscheidung im Sinne der Familien und Kinder in unserer Gemeinde zu treffen: Halten Sie die Beiträge stabil, damit Kinderbetreuung weiterhin das ist, was sie sein sollte – eine Chance für alle Kinder, unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern.