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An: Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Bundesrepublik Deutschland Karin Prien (CDU)
Keine Kürzungen beim Elterngeld!
Die Bundesregierung plant eine Reform des Elterngeldes - und will damit sparen. Dabei sollen die Partnermonate ausgeweitet werden, also die Anzahl an Monaten, die Väter nehmen müssen, um die volle Bezugsdauer auszuschöpfen zu können: Jeder Elternteil soll eine bestimmte Anzahl Monate Elternzeit nehmen, sonst verfällt ein Teil des Elterngeldes.
Was nach einer Chance für mehr gleichberechtigte Elternschaft klingt, ist in Wirklichkeit eine Farce, denn: Damit einher geht eine Kürzung der gesamten Monate, die ein Paar Elterngeld nehmen kann. Zukünftig sollen nur 12 Monate Elternzeit genommen werden können - und auch nur, wenn die zukünftig drei Vätermonate in Anspruch genommen werden. Unter dem Vorwand von mehr Gleichstellung wird hier versucht, eine Reform zu verkaufen, die in der Praxis die meisten Familien mit deutlich weniger Geld als bisher stehen lassen würde.
Das darf nicht passieren! Vermeintliche Partnerschaftlichkeit darf nicht auf Kosten der Familien gehen. Wir fordern von Familienministerin Karin Prien (CDU) und der Bundesregierung: Keine Kürzungen für Familien - keine Kürzungen beim Elterngeld.
Wir brauchen eine Reform des Elterngeldes, die Familien stärkt und echte Partnerschaftlichkeit fördert:
- ein deutlich höherer Mindestbetrag für Geringverdienende
- ein deutlich höherer Höchstbetrag des Elterngeldes
- ein automatisierter Inflationsausgleich
- statt Kürzung eine Ausweitung der Monate und mehr partnerschaftliche Aufteilung
- verbesserte Bedingungen für selbstständige Eltern
Warum ist das wichtig?
Die Regierung schafft es nicht, mehr Kita-Plätze bereitzustellen oder familienfreundliches Arbeiten voranzutreiben. Stattdessen weitet sie Vätermonate aus, die dann de facto nicht genommen werden können: Denn solange es keine strukturellen Möglichkeiten für Eltern gibt, die Kindererziehung fair aufzuteilen, werden auch nicht mehr Väter längere Elternzeiten planen können - weil es dann einfach am Geld mangeln würde. Denn noch immer verdienen Männer im Schnitt deutlich mehr als Frauen. In der Praxis sähe das also so aus: Familien, in denen der zweite Elternteil (meist der Vater) aus finanziellen Gründen keine längere Elternzeit nehmen kann, stehen am Ende mit noch weniger Geld da als bisher.
Weniger Elternzeit plus weniger genommene Vätermonate heißt: Weniger Geld für Familien. Und damit auch weniger Geld für Mütter, die so mehr unbezahlte Monate bis zum Kita-Start überbrücken müssten. Was als mehr Gleichstellung verkauft wird, wird so zu mehr Abhängigkeit der Mütter. Partnerschaftlichkeit darf nicht auf Kosten der Gleichstellung gehen.
Erstunterzeichner*innen:
Julia Knörnschild
Kati Bohnet
Barbara Weber-Eisenmann
Natascha Sagorski
Anna Adamyan
Laura Fröhlich
Mandy Mangler
Sissi Rasche
Zukunftsforum Familie