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An: Alois Rainer (CSU), Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat; Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales; Bernd Rützel (SPD); Hermann Färber (CDU)

Keine Mindestlohn-Ausnahmen für Saisonarbeiter*innen!

Die Arbeitgeberverbände fordern die Einführung einer Ausnahme vom gesetzlichen Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft.
Das lehnen wir entschieden ab!
 
Die Bundesregierung muss sich klar positionieren: Es kann keine Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn für Saisonbeschäftigte in der Landwirtschaft geben.

Jedes Jahr arbeiten ungefähr 240.000 Saisonbeschäftigte auf deutschen Höfen. Das ist etwa ein Drittel aller Arbeitskräfte in der Landwirtschaft. Diese Menschen sind ein unverzichtbarer Teil der deutschen Landwirtschaft. Viele von ihnen kommen von Jahr zu Jahr nach Deutschland, um die Produktion von Obst und Gemüse zu ermöglichen– oft mit schwerwiegenden Folgen für die eigene Gesundheit und ihr Privatleben im Herkunftsland.

Doch statt ihnen Anerkennung für ihren unverzichtbaren Beitrag zur deutschen Lebensmittelversorgung zu zollen, wird ihnen mit einem Mindestlohn zweiter Klasse gedroht. Eine Mindestlohnausnahme wäre eine unmittelbare Diskriminierung dieser Gruppe von Beschäftigten, die bereits jetzt systematisch sozial und wirtschaftlich benachteiligt wird.

Nein zum Mindestlohn zweiter Klasse! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit für alle Beschäftigtengruppen.  

Auch systematische Probleme in der Saisonarbeit müssen enden: Schluss mit illegalen Lohnabzügen, extremen Arbeitszeiten und menschenunwürdigen Unterkünften zu Wuchermieten! 

Warum ist das wichtig?

--- English version further below ---

Eine Ausnahme von Mindestlohn ist diskriminierend und schwächt allgemeine Arbeitsstandards. 

Ausländische Saisonbeschäftigte für die gleiche Arbeit weniger zu bezahlen als reguläre Beschäftigte in Deutschland verstößt gegen das Gleichbehandlungsprinzip und wäre europarechts- und verfassungswidrig. 

Saisonarbeiter*innen sind bereits jetzt vielen sozialen und wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Eine Mindestlohnausnahme wird das nur verschärfen.  

Aufgrund ihrer Beschäftigungsart in Deutschland, sind viele Saisonarbeiter*innen nicht sozialversichert. Das bedeutet, dass die Arbeitgeber die Sozialabgaben sparen, während die Saisonbeschäftigten keinen Anspruch auf die gesetzliche Rente erwerben und von der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen sind. Diese sozialen Risiken verstärken sich im Alter. 

Eine Mindestlohnausnahme schafft einen Präzedenzfall, der alle Arbeitnehmer*innen in Deutschland gefährdet.

Eine Mindestlohnausnahme für eine Gruppe von Beschäftigten schafft einen gefährlichen Präzedenzfall mit Konsequenzen für alle Arbeitnehmer*innen in Deutschland. Dieser Fall könnte in Zukunft den Weg für weitere Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn in anderen Branchen ebnen und schwächt die Arbeitsstandards für alle.

Die Initiative Faire Landarbeit ist ein Bündnis gewerkschaftsnaher Beratungsstellen, der Gewerkschaft IG BAU, kirchlicher Beratungsstellen sowie Bildungsorganisationen. Unser Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Situation von Saisonbeschäftigten. 
Jedes Jahr veröffentlichen wir einen Bericht über die Arbeitsbedingungen in der Saisonarbeit. Die Berichte sind online zu finden unter: https://igbau.de/Initiative-Faire-Landarbeit.html
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No Minimum Wage Exceptions for Seasonal Workers!

In Germany, employer associations are demanding an exemption from the statutory minimum wage for seasonal agricultural workers. We firmly reject this!

The federal government must take a clear stance: there can be no exceptions to the statutory minimum wage. Every year, roughly 240,000 seasonal workers take up work on German farms. That makes up about one third of all workers in agriculture. They are an indispensable part of German agriculture. Many of them come to Germany year after year to make the production of fruit and vegetables possible — often with serious consequences for their own health and personal lives in their home countries. Yet instead of recognizing their indispensable contribution to Germany's food supply, they are being threatened with a second-class minimum wage.

A minimum wage exemption would be direct discrimination against this group of workers, who are already systematically disadvantaged socially and economically. No to a second-class minimum wage! Equal pay for equal work for all groups of workers.

Systematic problems in seasonal work must end: no more illegal wage deductions, extreme working hours, and degrading and overpriced accommodation.  

Why does this matter?

A minimum wage exemption is discriminatory and undermines general labour standards.

Paying foreign seasonal workers less than regular employees in Germany for the same work violates the principle of equal treatment and would be contrary to European law as well as unconstitutional.

Seasonal workers are already exposed to many social and economic risks. A minimum wage exemption will only make this worse.

Due to the nature of their employment in Germany, a big part of seasonal workers are not entitled to social benefits. This means employers save on social security contributions, while seasonal workers are left without a pension or public health coverage.

These social risks increase in old age.

A minimum wage exemption sets a precedent that put all workers in Germany at risk.

A minimum wage exemption for one group of workers sets a dangerous precedent with consequences for all workers in Germany. This could pave the way for exemptions in other sectors and weaken labor standards for everyone.

The Initiative Faire Landarbeit (Fair Agricultural Work Initiative) is an alliance of trade-union-affiliated advisory centres, the IG BAU union, church-based advisory services, and educational organisations. Our goal is a long-term improvement in the situation of seasonal workers.

Every year we publish a report on working conditions in seasonal employment. The reports can be found online at: https://igbau.de/Initiative-Faire-Landarbeit.html

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2026-05-02 20:49:09 +0200

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