500 Unterschriften erreicht
An: Berliner Verkehrsbetriebe (BVG): Henrik Falk (Vorstandsvorsitzender der Berliner Verkehrsbetriebe), Maja Weihgold (Leiterin der Unternehmenskommunikation), Stefan Volovinis (Leitung der Medienkommunikation)
Keine rechte Angstmache in der BVG!
Seit Kurzem stellt die BVG in ihren U-Bahnen Werbeflächen für die rechte Plattform ‚Nius‘ zur Verfügung, die dort prominent gegen deutschen Journalismus und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk hetzt.(1)
Das Portal hat sich seit seinem Start 2023 einen zweifelhaften Ruf erarbeitet: Es fällt wiederholt durch Desinformation, Verstöße gegen journalistische Sorgfalt, rechtspopulistische Zuspitzungen, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und undifferenzierte Angriffe auf zivilgesellschaftliches Engagement auf. (2) Und es rutscht immer weiter in die Miesen. (3)
Auf Rückfrage heißt es von der BVG, die entsprechenden Werbeflächen würden extern bespielt, man sei „nicht der Absender der dort beworbenen Inhalte“, aber stehe grundsätzlich „öffentlich und aus Überzeugung für Offenheit, Respekt und ein demokratisches Miteinander“, denn ”als Mobilitätsanbieter für ganz Berlin sind wir für alle Menschen da”.(4,5)
Wir nehmen das beim Wort, denn der Nahverkehr ist öffentlich, staatlich bezuschusst und geht uns alle an! Wir fordern von der BVG: Steht zu eurer Aussage und positioniert euch klar gegen rechte Angstmache in Berliner U-Bahnen – auch auf euren Werbeflächen!
Warum ist das wichtig?
Die Berliner U-Bahn ist für viele Berliner*innen alltäglich und unverzichtbar. Die BVG sollte sich dafür einsetzen, all diese Menschen sicher und diskriminierungsfrei an ihr Ziel zu bringen – stattdessen toleriert sie seit Kurzem Werbung für ein rechtes Hetzportal! Nius’ Werbekampagne in der BVG macht das deutlich, hier heißt es unter anderem: „Morgens um 6 schon wissen, was einem abends um 8 verschwiegen wird“. Gemeint ist die Tagesschau, die allabendlich um 8 Uhr im Ersten Deutschen Fernsehen präsentiert wird. Nius stellt damit implizit die Behauptung auf, dass öffentlich-rechtlichen Medien wichtige Informationen bewusst zurückhalten würden – und zeichnet das Bild einer Gesellschaft, in der Bürger*innen von staatlicher Seite regelmäßig und in voller Absicht desinformiert bzw. belogen werden.
Falsche und hetzerische Behauptungen wie diese haben in den Berliner U-Bahnen nichts verloren!
........................................................................
Quellen:
- zu 1): siehe Instagram, hogesatzbau, Post vom 21.02.2026
- zu 2):
- Amadeu Antonio Stiftung: „Achtung Reichelt: Nius und die NGO-Verschwörungslegende“, vom 03.07.2025.
- Correctiv: „Tag nach der Bundestagswahl: DPA-Meldung über Vergabe des Innenministeriums ist erfunden“, vom 26.02.2025.
- Keppke, F. 2026: „Delegitimierungsnarrative gegenüber NGOs im politischen und öffentlichen Diskurs in Deutschland: Eine qualitative Analyse im Kontext der Kleinen Anfrage der Union.“ Regierungsforschung.de – das wissenschaftliche Online-Magazin der NRW School of Governance.
- Klawitter, O. 2025: „Medienkompetenz als Lösungsansatz. Empirische Erkenntnisse und medienpädagogische Impulse zum Umgang mit pseudo-journalistischen Inhalten und Desinformationskampagnen rechtskonservativer ‹Nachrichten- und Meinungsportale› auf TikTok – Das Beispiel NIUS.“ In: MedienPädagogik 59 (Desinformation von Rechts), S. 171–215.
- LobbyControl: „Neue Studie: Wer steckt hinter den Kampagnen gegen die Zivilgesellschaft?“, vom 02.10.2025.
- Menschen machen Medien: „NIUS: Eine Bühne für rechte Hetze“, vom 24.07.2025.
- Tagesspiegel: „Portal von Reichelt und Gotthardt: Was ist ‚Nius‘ – und was wird den Machern vorgeworfen?“, vom 21.08.2025.
- Übermedien: „‚Nius‘ verkauft rassistische Hetze als ‚Insiderbericht‘ über Abschiebungen“, vom 20.02.2026.
- ZDF Magazin Royale: „Nius: Wo rechte Hetze eine Bühne bekommt“.
- Zeppelin Universität: „‚Stimme der Mehrheit?‘ – Die journalistische Qualität von ‚Nius‘ im Kontext der Alternativmedien“, vom 01.07.2025.
- zu 3): T-Online: “Tiefrote Bilanz: Verluste bei Reichelts "Nius" weiten sich aus” vom 19.05.2026
- zu 4): Tagesspiegel: Der Checkpoint am Morgen: Verwaltung zahlt Millionen für Uraltsoftware, vom 22.05.2026
- zu 5): siehe Mastodon, Kanuka, Post vom 21.05.2026