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An: Bundeskanzler O.Scholz, Landwirtschaftsminister C.Özdemir, Umweltministerin S.Lemke, Entwicklungsministerin S.Schulze, Forschungsministerin B.Stark-Watzinger, Wirtschaftsminister R.Habeck und die deutschen Abgeordneten im EU-Parlament

Kennzeichnung und Regulierung aller Gentechnik-Pflanzen erhalten!

Die EU-Kommission will durchsetzen, dass künftig gentechnisch veränderte Pflanzen ohne Sicherheitsprüfung, Kennzeichnung, Rückholbarkeit und Schutzmöglichkeiten vor Kontaminationen und Haftungsregelungen freigesetzt werden - in die Umwelt, auf dem Acker und auf unseren Tellern!

Verbraucher*innen wüssten nicht mehr, ob Gentechnik in ihrem Essen ist und Bäuer*innen könnten nicht mehr gentechnikfrei erzeugen.

Das wäre eine fundamentale Abkehr von der europäischen Vorsorgepolitik und nähme Produzent*innen und Verbraucher*innen das Recht, frei zu entscheiden, welche Produkte sie züchten, anbauen, verarbeiten, vermarkten und essen. Über 90 Prozent aller Deutschen wünschen sich Kennzeichnung und Sicherheitsprüfung auch neuer Gentechnikpflanzen.

Wir fordern Wahlfreiheit für biologische und konventionelle Züchtung und Respekt vor gentechnikfreier Landwirtschaft und Wertschöpfung. Die Aushöhlung des Gentechnikrechts darf nicht zu immer mehr Patenten auf Saatgut und Lebensmittel führen.

Unsere Forderungen an Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, die Bundesregierung und das Europaparlament:

Sorgen Sie dafür, dass Gentechnik weiterhin als Gentechnik gekennzeichnet und geprüft wird.

Sorgen Sie für ein EU-Gentechnikrecht, das auch in Zukunft eine gentechnikfreie Saatgut- und Lebensmittelerzeugung – konventionell und ökologisch – sichert.

Warum ist das wichtig?

Die Wahlfreiheit für uns alle steht auf dem Spiel. Gerade wird in Brüssel verhandelt, ob neue Gentechnik (wie CRISPR/Cas) ohne Prüfung der Risiken und ohne Kennzeichnung auf den Acker und Teller gelangen darf. Das hat die EU-Kommission vorgeschlagen und die Gentechnik-Lobby arbeitet intensiv daran, dass der Vorschlag schnell und möglichst hinter verschlossenen Türen im EU-Minister-Rat und im Europaparlament durchgewunken wird. Dabei erfordert diese Grundsatzentscheidung eine breite öffentliche Debatte. Gründlichkeit muss vor Schnelligkeit gehen.

Wir fordern:

  • Risiko- und Zulassungsprüfung aller gentechnisch veränderter Organismen (GVO)
  • eindeutige Kennzeichnung von Saatgut bis zum Teller
  • verpflichtende Nachweisverfahren und Rückholbarkeit
  • wirksame Koexistenz- und Haftungsregeln nach dem Verursacherprinzip
  • Keine Patente auf Saatgut und Tiere

Die Absenkung der geltenden Gentechnikstandards hätte nicht nur dramatische Folgen für Verbraucher*innen, sondern auch für die Züchtung, die gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung und den Handel:

Bäuerin und Hühnerhalterin, Barbara Endraß (Petitionsstarterin):
"Ich möchte auch in Zukunft gentechnikfreie Lebensmittel erzeugen. Das ist auch das, was meine Kund*innen von mir erwarten. Mit der geplanten Veränderung des Gentechnikgesetzes wird mir die Freiheit genommen, gentechnikfrei anzubauen und zu füttern. Wenn die Schutzmöglichkeiten vor Gentechnik-Kontaminationen und die Haftungsregelungen wegfallen, kann ich über meine Wirtschaftsweise nicht mehr eigenständig entscheiden. Ich gerate in große Industrie-Abhängigkeiten durch Patente. Die geplante Gentechnik-Deregulierung bedroht bäuerliche Betriebe wie unseren.“

Pflanzenzüchter vom Dottenfelder Hof, Carl Vollenweider:
„Der Vorschlag der Kommission ist klar abzulehnen. Gentechnik und Patente gehen Hand in Hand. Der sichere Zugang zu gentechnikfreien Sorten zum Weiterzüchten wird mit dem Vorschlag eindeutig nicht gewährleistet. Doch genau den brauche ich, um zukunftsfähige, robuste Sorten zu züchten, die gegen die Folgen der Klimakrise gewappnet sind. Kennzeichnung, Transparenz und Haftungsregeln für gentechnisch manipulierte Pflanzen sind unverzichtbar für uns Züchter*innen.“

Geschäftsführer bei VFI Oils for Life, Wolfgang Ahammer:
"Europäische Lebensmittel sind weltweit wegen ihrer Sicherheit und ihrer hohen Qualität gefragt. Europa ist führend in der Bio-Landwirtschaft und im gentechnikfreien Pflanzenbau und kann weiterhin weltweiter Qualitätsführer sein, niemals aber Kostenführer. Das Gesetz in der vorgeschlagenen Form ist wirtschaftsfeindlich, schafft Rechtsunsicherheit und macht sichere, gentechnikfreie Lebensmittel zu einem Luxusprodukt. Wir sollten nicht ohne Not und an den Interessen unserer Konsument*innen vorbei, diesen Wettbewerbsvorteil verspielen und daher eine vernünftige Zulassungspraxis und eine Kennzeichnung über alle Verarbeitungsstufen hinweg fortführen."

Geschäftsführerin des Bioladens LA VIDA, Biomarkt Utting, Sylvia Haslauer/ Dominique Sarring:
„Wir als Bioladen setzen uns für nachhaltige und umweltverträgliche Lebensmittelerzeugung und gesunde Ernährung ein. Wir möchten das bereitstellen, was unsere Kund*innen kaufen wollen: gentechnikfreie Lebensmittel. Deshalb fordern wir eine eindeutige Kennzeichnung der Produkte, Koexistenzmaßnahmen entlang der Lebensmittelkette und Wahlfreiheit für uns alle.”


Diese Petition wird unterstützt durch:

  • Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V.
  • Biokreis e.V.
  • Bioland e.V.
  • BÖLW | Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft
  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland – BUND e.V.
  • Bundesverband Naturkost Naturwaren
  • Demeter e.V.
  • Gen-ethisches Netzwerk e.V.
  • Greenpeace e.V.
  • Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut)
  • Naturland - Verband für ökologischen Landbau
  • Save Our Seeds
  • Stiftung GEKKO

Quellen:
Repräsentative Umfrage: Deutliche Mehrheit befürwortet Kennzeichnung und Risikoprüfung von „neuer“ Gentechnik, foodwatch, Pressemitteilung 25.09.2023

Bildquelle:
Quelle: „B. Rodekohr | Foto: kathomenden - stock.adobe.com“

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2024-03-01 13:51:16 +0100

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