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An: Mitglieder des Departments für Humanmedizin und das Dekanat VI

Professur für geschlechtersensible Medizin an der Universität Oldenburg

Wir, Medizinstudierende der Arbeitsgemeinschaft der Kritischen Mediziner:innen, haben uns mit weiteren Unterstützer:innen zusammengeschlossen und wollen uns gemeinsam für die Einrichtung einer Professur für geschlechtersensible Medizin an unserer Universität einsetzen. 


Unsere Universität wirbt mit dem Anspruch “Health for all” – Gesundheit für alle. Wir wollen, dass sie diesem Leitsatz nachkommt. Eine Professur für geschlechtersensible Medizin ist dafür ein wichtiger Schritt. Denn es braucht Lehre und Forschung, die sich mit dem “Einfluss von biologischen sowie soziokulturellen Geschlechteraspekten auf die Prävention, Entstehung, Diagnose, Therapie und von Erforschung von Erkrankungen” (1) auseinandersetzt.


Wir fordern deshalb eine dauerhafte Professur mit Lehre und Forschung, einschließlich modulbezogener Lehrinhalte zu geschlechtersensiblem Wissen und klinischen Bezügen. 

Literatur: 
  1. Dokumententyp: Aktueller Begriff Titel: Geschlechtsspezifische Medizin

Warum ist das wichtig?

Geschlechtersensible Medizin ist notwendig, um tief verwurzelte strukturelle Ungerechtigkeiten in der medizinischen Aus- und Weiterbildung sowie in der Forschung zu erkennen und zu beheben. Denn biologische, soziale und gesundheitliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden in der Medizin bisher systematisch vernachlässigt.


Frauen haben seltener einen Herzinfarkt als Männer, doch diese verlaufen häufiger tödlich. Denn die Herzinfarktsymptome, die uns allen bekannt sind, sind bei einer Vielzahl von Frauen nicht vorhanden. Männer wiederum werden im Schnitt verspätet mit Osteoporose diagnostiziert, da sie seltener betroffen sind als Frauen und das Krankheitsbild für sie weniger bekannt ist (2). Solche Unterschiede zeigen: Geschlechterstereotypen und ein Mangel an geschlechtersensibler Forschung haben reale gesundheitliche Folgen. 


Medikamente wirken unterschiedlich, abhängig von Hormonen, Körperbau und Stoffwechsel (3,4). Jahrzehntelang wurden Studien dennoch primär an Männern durchgeführt. Die Folgen davon betreffen uns bis heute. Es fehlen immer noch Daten zur Wirkung und Dosierung vieler Medikamente bei Frauen. Ein bekanntes Beispiel ist das Schlafmittel Zolpidem, dessen Dosierung zuerst nicht an den weiblichen Körper angepasst wurde. Durch die verlängerte Wirkung bei Frauen kam es in den USA zu vermehrten Unfällen (7). 

Literatur:
2.  Geschlechtersensible Medizin - Bundesstiftung Gleichstellung
3.  Heise, Lori, Margaret E. Greene, Neisha Opper, et al. “Gender Inequality and Restrictive Gender Norms: Framing the Challenges to Health.” The Lancet 393, no. 10189 (2019): 2440–54. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)30652-X.
4.  Oertelt-Prigione, Sabine. “Putting Gender into Sex- and Gender-Sensitive Medicine.” EClinicalMedicine 20 (March 2020). https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2020.100305
5.  https://www.aerztinnenbund.de/Geschlechtsspezifische_Medizin.0.329.1.html
6.  Verdonk, Petra, Yvonne W. M. Benschop, Hanneke C. J. M. de Haes, and Toine L. M. Lagro-Janssen. “From Gender Bias to Gender Awareness in Medical Education.” Advances in Health Sciences Education 14, no. 1 (2009): 135–52. https://doi.org/10.1007/s10459-008-9100-z.
7.  Gendermedizin: Diese Arzneistoffe wirken bei Frauen anders


26 Oldenburg, Deutschland

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