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An: solidarische Öffentlichkeit
Schutzräume statt Luxus-Cafés: Rettet den Frauen*treff Olga in der Berliner Kurfürstenstraße
Der Frauen*treff Olga in der Kurfürstenstraße soll verdrängt werden. Nach Jahrzehnten wichtiger sozialer Arbeit im Milieu der Straßenprostitution, die in der Kurfürstenstraße schon seit den 1920er-Jahren existiert, wurde der Mietvertrag aufgrund von Anwohner*innenprotesten und wirtschaftlichen Interessen nicht verlängert.
Statt eines Schutzraums für besonders vulnerable Menschen soll nun ein schickes Café entstehen – im Rahmen einer sogenannten „positiven Gentrifizierung“, wie die Vermieterin Anna von Trott von der Strohhauer Wohnungsunternehmen GbR im rbb kundtat. Die Bitte von Sexarbeiterinnen nach einem Gesprächstermin mit dem Wohnungsunternehmen wurde abgelehnt. Da auch die zweite Hilfseinrichtung „Neustart“ von der Strohhauer Wohnungsunternehmen GbR auf die Straße gesetzt wurde, gäbe es in der Kurfürstenstraße ab nächstem Jahr keine spezifische Sozialeinrichtung für Frauen und Transfrauen mehr.
Doch Verdrängung löst keine sozialen Probleme – sie verlagert sie nur!
Seit 1987 – also knapp 40 Jahre! – ist Olga eine unverzichtbare Anlaufstelle für Sexarbeiterinnen, drogenkonsumierende Frauen und Transfrauen in Berlin. Vielen Sexarbeiterinnen hat Olga zu stabilen Lebensformen verholfen, und sie hat akut Leben geschützt. Täglich finden hier 50 bis 60 Menschen Schutz, medizinische Hilfe, Essen, Kleidung, Duschen, Betten, saubere Konsumutensilien, Kondome, Beratung und menschliche Würde – oft die einzige Unterstützung, die sie überhaupt erreichen können.
Olga schließt in der Kurfürstenstraße eine massive Versorgungslücke im Berliner Hilfesystem. Die Einrichtung bietet niedrigschwellige Hilfe ohne Voraussetzungen – unabhängig von Krankenversicherung, Herkunft oder Aufenthaltsstatus. Beratung findet in mehreren Sprachen statt, ebenso Krisenintervention bei Gewalt, Unterstützung bei Wohnungslosigkeit, Zugang zu medizinischer Versorgung, Suchthilfe und Ausstiegsmöglichkeiten.
Gerade für Sexarbeiterinnen und obdachlose FLINTA-Personen sind geschützte Räume wie Olga überlebenswichtig. Wer Olga schließt, verdrängt nicht die Prostitution oder die Armut – sondern die Menschen selbst. Ohne Schutzraum steigen Gewalt, gesundheitliche Risiken, Isolation und Perspektivlosigkeit.
Olga darf nicht als Störfaktor betrachtet werden – seit Jahren rettet es Leben!
Olga darf nicht als Störfaktor betrachtet werden – seit Jahren rettet es Leben!
Wir fordern:
- den Erhalt des Frauen*treffs Olga,
- eine Revision der Entscheidung, den Mietvertrag nicht zu verlängern,
- Verantwortung von Politik, Eigentümer*innen und der Nachbarschaft,
- Solidarität statt Verdrängung.
Soziale Einrichtungen sind in der Kurfürstenstraße extrem wichtig. Eine Stadt zeigt ihren Charakter nicht daran, wie viele Luxuswohnungen oder Cafés sie baut – sondern daran, wie sie mit den verletzlichsten Menschen umgeht.
EINE SOZIALE STADT DARF IHRE SCHUTZRÄUME NICHT VERLIEREN!
Unterstützt diese Petition.
Setzt ein Zeichen gegen Verdrängung und für soziale Teilhabe, Schutz und Menschlichkeit.
Setzt ein Zeichen gegen Verdrängung und für soziale Teilhabe, Schutz und Menschlichkeit.
ERHALT DES FRAUEN*TREFFS OLGA JETZT.
Warum ist das wichtig?
Wenn Olga verschwindet, verschwinden:
- medizinische Versorgung und Schutzräume,
- Möglichkeiten zum Duschen, Schlafen, Wäschewaschen, Essen und zur Toilettenhygiene,
- Zugang zu Kondomen und sauberen Konsumutensilien,
- niedrigschwellige Beratung und Streetwork,
- Vermittlung von Therapie, Drogenentzug, Arbeit, Rehabilitation u.v.m.
- Prävention der Verbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV, Syphilis oder Hepatitis,
- niederschwellige Grundbildungs- und Alphabetisierungsprogramme,
- ein Hilfssystem und sicherer Ort für Menschen, die sonst nirgendwo hingehen können und dadurch weiter in die Obdachlosigkeit gedrängt werden.