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An: Denkmalbehörden der Stadt Jülich und des Kreises Düren, das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW sowie Hendrik Wüst

Rettet die Villa Buth - ein Gedenkort, der vor dem Abriss bewahrt werden muss

Für den Erhalt der Villa Buth als Gedenkort - Jetzt oder nie!

Warum ist das wichtig?

In Kirchberg bei Jülich steht die verlassene Villa Buth - ein Ort an dem zwischen 1941 und 1942 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger zwangsweise untergebracht worden sind, um von da aus in die Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten deportiert zu werden.

Der Eigentümer der Villa ließ das Gebäude in den vergangenen Jahrzehnten herunterkommen. Die Fassade der Villa wurde in der Vergangenheit unter anderem mit antisemitischen und rechtsextremen Beschimpfungen beschmutzt. Jetzt möchte der Eigentümer die Villa abreißen lassen. Wir sind dagegen! Warum?

Es ist die Pflicht unserer Gesellschaft an die Shoah zu erinnern, um zu verhindern, dass sich Derartiges in der Zukunft wiederholen kann. Insbesondere in Zeiten, in denen rechtsextreme und antisemitische Strömungen zunehmen, müssen wir die Erinnerungen an eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte wachhalten. Sieht man der Tatsache ins Auge, dass die Generation der Zeitzeugen ausstirbt, müssen wir als Kollektiv dafür einstehen, deren Geschichte an die zukünftigen Generationen weiterzugeben! Die Villa Buth kann ihre Geschichte erzählen.

Am 19. Dezember 2023 wurde an die Stadt Jülich ein Bürgerantrag zur Ergänzung der Villa Buth als originaler Erinnerungsort an die Verbrechen und Opfer des NS-Regimes im Eintragstext in die Denkmalliste der Stadt Jülich gestellt. Dies würde einen Abriss der Villa verhindern können. Wir hoffen sehr, dass diesem Antrag stattgegeben wird.

Es gibt bereits eine (analoge) Petition an den Petitionsausschuss des Landtages NRW, der von drei Jülicher Vereinen (Jülicher Geschichtsverein, Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz e. V., Joseph-Kuhl-Gesellschaft) und zahlreichen Einzelpersonen unterschrieben wurde und den Erhalt der Villa Buth zum Ziel hat. Der Petitionsausschuss kann zwar nicht über den Erhalt der Villa entscheiden, aber er kann z. B. dem Heimatministerium, das in letzter Instanz entscheiden kann, eine klare Empfehlung geben. Mit dieser Online-Petition möchten wir die Reichweite noch erhöhen, weswegen jede Stimme zählt.

Die Villa Buth selbst ist Zeitzeugin und der sichtbare Beweis, dass Judenverfolgung und Holocaust auch vor Ort stattgefunden haben. Mit dem Einsatz für den Erhalt der Villa Buth können wir zusammen dafür einstehen, dass die Stimmen der Zeitzeugen niemals erlöschen und dass sich diese Zeit nicht wiederholt. Nie wieder!

Update vom 30. März 2026
Erinnerungsort an jüdische Opfer der Schoah Villa Buth droht der Abriss!

Die Zeitzeugen sterben. Extremistische Parteien werden wieder groß. Und das private Interesse steht über dem kollektiven Versprechen, das wir als Bevölkerung denjenigen gaben, die keine andere Chance mehr hatten außer zu hoffen, dass sie dem grauenhaften Schicksal des NS-Regimes irgendwie noch entgehen können. Doch diese Hoffnung war viel zu oft aussichtslos. Mit dem Erhalt der Villa Buth können wir bewirken, die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Verbrechens gegen die Menschlichkeit auf deutschem Boden zu minimieren. 

„Der Abbruch eines Denkmals stellt einen unwiederbringlichen Verlust dar, der nicht kompensiert werden kann. Des Weiteren mutet es nahezu grotesk an, einen Erinnerungsort einzurichten, nachdem baulich vorhandene und somit anschauliche Spuren der Judenverfolgung beseitigt wurden.“ So reagierte der LVR auf die Bekanntmachung der UDB Jülich, dem Abrissantrag der Villa Buth stattgeben zu wollen. Insbesondere im Hinblick darauf, dass nicht nur ein weiterer notwendiger Erinnerungsort, sondern auch Gedenk-, Lehr- sowie Lernort verschwinden würde, erscheint dies wie ein Fiebertraum. Als Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland ist es unsere Pflicht einen Teil zu unserer Erinnerungskultur beizutragen und jeden Erinnerungs- und Gedenkort zu erhalten. 

Es erscheint grotesk, dass dabei auf persönliche Interessen mehr Wert gelegt wird, als das Interesse der Bevölkerung zu vertreten mit dem Erhalt eines solchen Ortes dem Extremismus entgegenzutreten und mit dazu beizutragen, dass sich ein Verbrechen, wie es im Dritten Reich stattgefunden hat, nicht mehr wiederholt. Insbesondere dann, wenn die Möglichkeit besteht, einen Ort wie die Villa Buth zu einem Erinnerungs- und Bildungsort zu entwickeln, den Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen, Berufsschulen sowie privat Interessierte besuchen können, wäre es gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus nicht vertretbar, diese Chance ungenutzt zu lassen, statt alles dafür zu tun, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholen. 

Im vergangenen Jahr hat sich herausgestellt, dass die Villa Buth ein herausragender Lern- und Bildungsort ist, denn im Rahmen zweier entstandener Projektkurse zur Villa Buth, sind zwei Oberstufenkurse zweier Schulen aus Aachen zu diesem bewegenden Ort gereist (selbstverständlich wurde das Gelände während der Exkursion nicht betreten). Aus diesen Projekten sind unter anderem Podcast-Folgen sowie Leserbriefe entstanden, die aus Schüler*innensicht die Notwendigkeit des Erhalts dieses Ortes darstellen. Dies zeigt erneut, wie wichtig die Begegnung mit einem echten Ort des Geschehens ist, um dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte ansatzweise verarbeiten zu können. Wir lernen über die Schoah nicht im Schulbuch, nicht mit Hilfe von Dokumentationen oder „nur“ mit Hilfe von Gedenkstehlen. Wir brauchen Orte, an denen das aufgearbeitet werden kann, was niemals greifbar sein wird. Der Erhalt dieses besonderen Denkmals bewegt sich deshalb nicht innerhalb lokaler Interessen, sondern ist ein bundesweites Anliegen, demgegenüber die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik im Zuge der Erinnerungskultur verpflichtet sind. 

Es ist unsere Pflicht für diejenigen zu sprechen, die es bald nicht mehr können. Es ist unsere Pflicht Erinnerungskultur lebendig zu halten. Es ist unsere Pflicht zu verhindern, dass sich derartiges Leid wiederholen kann. Denn nur wer vergisst – und derjenige der nicht mehr zuhört und nichts mehr sieht wird vergessen – bereitet den Weg für neues Leid. 

Die Entscheidung über den Abriss der Villa Buth liegt aktuell bei der Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen Ina Scharrenbach. Mit dieser Petition möchten wir darauf aufmerksam machen, dass der Erhalt der Villa Buth im Interesse der Öffentlichkeit liegt.

Wir brauchen die Villa Buth als Ort der Erinnerung, des Gedenkens, sowie des Lehrens und Lernens. 

Arbeitskreis Villa Buth

Neuigkeiten

2024-04-24 17:39:26 +0200

1,000 Unterschriften erreicht

2024-04-11 20:00:55 +0200

500 Unterschriften erreicht

2024-03-28 19:06:17 +0100

100 Unterschriften erreicht

2024-03-27 20:18:35 +0100

50 Unterschriften erreicht

2024-03-27 14:00:30 +0100

25 Unterschriften erreicht

2024-03-27 12:10:48 +0100

10 Unterschriften erreicht