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An: Nina Warken, Bundesgesundheitsministerin (CDU); Prof. Josef Hecken, Vorsitzender Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Flächendeckende Versorgung für Patient:innen mit Endometriose und Adenomyose

Bild von Mr. Great Heart auf Unsplash
Endometriose und Adenomyose zählen weltweit zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und betreffen etwa 10 % der Menschen mit Uterus.

Dennoch werden die Krankheiten aufgrund geringer Sensibilisierung, unzureichender Ressourcenzuweisung und fehlender Versorgungsstrukturen nach wie vor häufig übersehen oder bagatellisiert. Im Schnitt vergehen acht Jahre und mehr zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und der Diagnosestellung.

Wir fordern daher:

1. Gynäkologische Versorgungsschwerpunkte

Es soll sichergestellt werden, dass mindestens alle 20 Kilometer in ganz Deutschland eine gynäkologische Praxis mit mind. einer:m praktizierenden Gynäkolog:in mit nachgewiesener Expertise im Bereich Endometriose und Adenomyose erreichbar ist. Das zentrale Gremium, das über die medizinische Versorgung in Deutschland entscheidet (der sogenannten Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)), soll dies verbindlich festhalten.

2. Gesicherter Zugang zu zertifizierten Versorgungseinrichtungen

Mindestens alle 50 Kilometer muss in Deutschland eine zertifizierte Endometriose-Einrichtung mit interdisziplinärem Ansatz verfügbar sein, die Diagnostik, operative und konservative Therapien sowie Nachsorge nach anerkannten und neuesten Qualitätsstandards anbietet.

3. Aufbau eines bundesweiten Fachnetzwerks.

Vernetzung von Expert:innen, Endometriose-Einrichtungen, niedergelassenen Gynäkolog:innen, Schmerzmediziner:innen, Rehabilitations- und anderen Kliniken sowie Hausärzt:innen, um frühzeitige Diagnosen, kompetente Beratung, interdisziplinäre Betreuung und eine höhere Behandlungsqualität sicherzustellen.

Warum ist das wichtig?

Endometriose und Adenomyose sind gutartige gynäkologische Erkrankungen, bei denen sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb bzw. innerhalb der Muskelschicht der Gebärmutter ausbreitet. Dieses Gewebe blutet während der Menstruation, entzündet sich und verursacht unter anderem starke, chronische Schmerzen. Schmerzen, die den Alltag, die Arbeit und Beziehungen massiv einschränken können. Häufig treten zusätzlich Symptome wie starke Menstruationsblutungen, Erschöpfung, Magen-Darm-Beschwerden, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Schmerzen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr sowie ein unerfüllter Kinderwunsch auf. 

Endometriose und Adenomyose sind damit keine „reinen Unterleibserkrankungen", sondern komplexe, oft lebensbestimmende Erkrankungen. Sie betreffen nahezu alle Lebensbereiche – körperlich, psychisch, sozial und beruflich – und führen nicht selten zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität sowie zu langfristigen Belastungen im Alltag.

Viele Patient:innen kennen das belastende Gefühl, dass ihre Schmerzen und Symptome nicht ernst genommen werden. Diese mangelnde Sensibilisierung – insbesondere auch bei vielen Gynäkolog:innen – führt zu wiederholtem Medical Gaslighting, also dem systematischen Abtun oder Infragestellen von Symptomen. Das führt nicht nur zu Frustration und zusätzlicher psychischer Belastung, sondern auch zu verzögerten Diagnosen und unzureichender Behandlung.

Diese Situation ist das Ergebnis einer strukturellen Vernachlässigung von Endometriose und Adenomyose im deutschen Gesundheitssystem. Die Folge sind regionale Versorgungsdefizite, lange Wartezeiten, weite Anfahrtswege und ungleiche Gesundheitschancen – besonders in ländlichen Regionen.

Der G-BA legt bundesweite Regeln fest, um eine gute medizinische Versorgung zu gewährleisten. Er bestimmt den Bedarf und definiert verbindliche Qualitätsstandards. Im Bereich Endometriose und Adenomyose muss der G-BA seine Vorgaben dringend anpassen. 

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ist in der Verantwortung, das Thema zu einer Priorität zu machen und diesen Prozess anzustoßen. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung setzt hierfür ein längst überfälliges Signal!

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