An: Familienministerin Franziska Giffey

Care-Arbeit ist Arbeit - Fürsorge-Gehalt jetzt!

Care-Arbeit ist Arbeit  - Fürsorge-Gehalt jetzt!

Sehr geehrte Familienministerin Giffey,

ich fordere Sie auf, Kindererziehung endlich als Arbeit anzuerkennen, indem von der Politik ein Fürsorge-Gehalt mit allen Sozialleistungen eingeführt wird. Dieses soll für einen Elternteil in angemessener Höhe, für mindestens 12 Jahre pro Kind gezahlt werden und flexibel mit Teilzeitarbeit kombinierbar sein.
Darüber hinaus sollte das Fürsorge-Gehalt auch an pflegende Angehörige gezahlt werden, denn diese landen auch oft in der Altersarmut, wenn sie Vater, Mutter oder auch kranke, behinderte Kinder Jahre oder Jahrzehnte gepflegt haben.

Warum ist das wichtig?

Kinder sind die Grundlage unserer Gesellschaft und ihre Erziehung braucht Zeit. Zeit, die wir nicht nachholen können und die uns die beste Kita nicht komplett abnehmen kann und soll. Diese Zeit darf am Ende des Lebens nicht in die Armutsfalle führen. Jede Mutter oder jeder Vater soll alleine entscheiden können, wie viel er oder sie arbeitet (Vollzeit, Teilzeit, Minijob usw.). Mütter und Väter sollen nicht, weil sie keine Arbeit finden auf Hartz-4 angewiesen sein, denn sie arbeiten, indem sie ihre Kinder betreuen, den Haushalt machen, in die Elternsprechstunde, zum Kinderarzt gehen, kranke und behinderte Kinder pflegen, sich Hilfe in einer Beratungsstelle suchen und vieles mehr tun, um gut für ihre Kinder zu sorgen. Auch die Arbeit von pflegenden Angehörigen darf nicht dazu führen, dass diese Menschen dann in der Altersarmut landen.

Ich bin alleinerziehende Mutter von 2 Jungs und arbeite seit der Geburt meines ersten Sohnes – allerdings nicht mehr Vollzeit (und immer in befristeten Anstellungsverhältnissen). Ich gehe zwar sehr gerne arbeiten. Jedoch bin ich auch gerne bei meinen Kindern. Und wenn meine Kinder nach 16.00 Uhr noch fremd betreut werden müssten, nachdem wir uns am Morgen um 7.00 Uhr verabschiedet haben, wäre das gegen das, was mir für meine Kinder wichtig ist. Wir sind eine Familie, Frau Giffey und wir wollen gemeinsam Zeit verbringen. Jeden Tag! Ich habe einen Erziehungsauftrag, den ich ernst nehme und den kann ich nicht erfüllen, wenn ich mich auf Biegen und Brechen dem Arbeitsmarkt und dem neuen Unterhaltsrecht anpassen muss.

Ich habe am 17.05.2017 die Sendung DokThema im BR Fernsehen gesehen mit dem Titel "Frauen in der Rentenfalle". In diesem Bericht kamen unter anderem ehemalige Familienministerin Rita Süssmuth zu Wort, die sich wünschte, dass wir Frauen ungeduldiger sein sollen. Und das bin ich jetzt, ungeduldig.

Deutschland braucht ein Fürsorge-Gehalt, damit Care-Arbeit endlich als Arbeit, die auch unbedingt getan werden muss, anerkannt und entlohnt wird. Die Fürsorge für andere muss ein zentraler Wert in unserer Gesellschaft werden, parteiunabhängig. Gerne stehe ich interessierten politischen Parteien für Fragen zum Fürsorgegehalt zur Verfügung (Ausnahme: AfD, hier möchte ich keine Gespräche führen, Anfragen werden grundsätzlich nicht beantwortet von mir).

Wie die Unterschriften übergeben werden

Die Unterschriften sollen persönlich übergeben werden.


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Weil es richtig und wichtig ist
  • Weil Kindererziehung mit Essen kaufen, Fun-Park-Bespaßung und Ins-Bett-Bringen nicht getan ist. Und weil an der bisherigen (unsichtbaren) Arbeitsteilung viele Partnerschaften zu Grunde gehen, daraus Alleinerziehende werden, die krassen Benachteiligungen ausgesetzt sind.
  • Ich habe unterzeichnet, weil es nicht hinnehmbar ist, dass Arbeit mit fremden Kindern, in fremden Haushalten und für fremde alte Menschen als angesehene sozialpflichtige Arbeit anerkannt, in der eigenen Familie jedoch als rückständig und als bloße Beschäftigung abgetan wird. Jede Familie soll in der Lage sein, selbst über die Form der Erziehung zu entscheiden. Diese Forderungen sind dem Programmpunkt "Erziehungsgehalt" der ödp sehr ähnlich.

Neuigkeiten

2018-03-30 11:11:31 +0200

20,000 Unterschriften erreicht

2017-12-18 18:28:32 +0100

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2017-05-26 22:36:38 +0200

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