An: die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns
Gesundheit für alle in MV - JETZT!

Ein Drittel der rund 1.200 Hausärztinnen und Hausärzte in MV ist über 60 Jahre alt und geht in den nächsten Jahren in Rente. Nachwuchs fehlt. Davon sind besonders die Menschen auf dem Land betroffen. Arztpraxen schließen, Krankenhäuser fusionieren. Wer auf dem Dorf lebt, fährt oft über eine Stunde zur nächsten Praxis. Wer kein Auto hat oder nicht mehr selbst fahren kann, bleibt unbehandelt. Oder landet in der Notaufnahme.
Schon jetzt wird die Gesundheitsversorgung in MV von Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften aus dem Ausland getragen. In den ostdeutschen Flächenländern lag der Anteil ausländischer Ärztinnen und Ärzte bereits 2020 bei rund 15 Prozent (2), bei den Pflegekräften ist er noch höher. Rechnet man Eingebürgerte hinzu, ist bundesweit fast ein Viertel der Ärzteschaft zugewandert. Ohne diese Kolleginnen und Kollegen würde in MV keine Klinik mehr den Betrieb aufrechterhalten können. Wer sie verunsichert, verschärft den Ärztemangel.
Wir fordern die künftige Landesregierung auf, wohnortnahe Versorgung für alle Menschen in MV zu verankern. Ohne Wenn und Aber.
Dazu braucht es drei Dinge. Erstens: Mehr Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte ins Land holen und hier halten. Die Landarztquote muss wachsen, Stipendien an eine Bleibeverpflichtung im ländlichen Raum gekoppelt werden, und ausländische Abschlüsse müssen schneller anerkannt werden. Zweitens: Versorgung, die zu den Menschen kommt. Mobile Praxen, Telemedizin und Gemeindeschwestern müssen unterversorgte Gebiete erreichen - für alle, die nicht mehr selbst zum Arzt kommen. Drittens: Gesundheitskioske in allen Landkreisen. Das Modell stammt aus Finnland, funktioniert seit 2009 und ist wissenschaftlich evaluiert. Kostenfrei, ohne Termin, in Einkaufszentren. Blutdruck messen, Wunden versorgen, chronisch Kranke beraten - direkt im Ort, für ein Drittel der Kosten eines normalen Arztbesuchs. Deutschland hat 2017 mit ersten Kiosken begonnen. MV nicht. Gesundheitsministerin Drese selbst brachte Gesundheitskioske 2024 als Modell ins Gespräch. Nun wird es höchste Zeit für die Umsetzung.
Schon jetzt wird die Gesundheitsversorgung in MV von Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften aus dem Ausland getragen. In den ostdeutschen Flächenländern lag der Anteil ausländischer Ärztinnen und Ärzte bereits 2020 bei rund 15 Prozent (2), bei den Pflegekräften ist er noch höher. Rechnet man Eingebürgerte hinzu, ist bundesweit fast ein Viertel der Ärzteschaft zugewandert. Ohne diese Kolleginnen und Kollegen würde in MV keine Klinik mehr den Betrieb aufrechterhalten können. Wer sie verunsichert, verschärft den Ärztemangel.
Wir fordern die künftige Landesregierung auf, wohnortnahe Versorgung für alle Menschen in MV zu verankern. Ohne Wenn und Aber.
Dazu braucht es drei Dinge. Erstens: Mehr Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte ins Land holen und hier halten. Die Landarztquote muss wachsen, Stipendien an eine Bleibeverpflichtung im ländlichen Raum gekoppelt werden, und ausländische Abschlüsse müssen schneller anerkannt werden. Zweitens: Versorgung, die zu den Menschen kommt. Mobile Praxen, Telemedizin und Gemeindeschwestern müssen unterversorgte Gebiete erreichen - für alle, die nicht mehr selbst zum Arzt kommen. Drittens: Gesundheitskioske in allen Landkreisen. Das Modell stammt aus Finnland, funktioniert seit 2009 und ist wissenschaftlich evaluiert. Kostenfrei, ohne Termin, in Einkaufszentren. Blutdruck messen, Wunden versorgen, chronisch Kranke beraten - direkt im Ort, für ein Drittel der Kosten eines normalen Arztbesuchs. Deutschland hat 2017 mit ersten Kiosken begonnen. MV nicht. Gesundheitsministerin Drese selbst brachte Gesundheitskioske 2024 als Modell ins Gespräch. Nun wird es höchste Zeit für die Umsetzung.
Warum ist das wichtig?
Mecklenburg-Vorpommern altert schneller als jedes andere Bundesland. Gleichzeitig ist MV das am dünnsten besiedelte Flächenland Deutschlands. Die Menschen leben verstreut auf Dörfern, die nächste Stadt ist weit. Wenn die letzte Hausarztpraxis im Umkreis von dreißig Kilometern dichtmacht, steht eine ganze Region ohne Grundversorgung da. Das ist keine Zukunftsmusik. Laut Gesundheitsministerium sind schon heute 29 von 62 hausärztlichen Planungsbereichen in MV von Unterversorgung bedroht.
Das Robert Koch-Institut belegt: Die Lebenserwartungslücke zwischen armen und wohlhabenden Regionen beträgt bei Männern inzwischen 7,2 Jahre (3). Wer in einer strukturschwachen Gegend lebt, stirbt im Schnitt sieben Jahre früher. Sieben Jahre. In den letzten zwanzig Jahren ist diese Kluft sogar noch gewachsen. Die Bundeszentrale für politische Bildung spricht von einem engen Zusammenhang zwischen sozialer und gesundheitlicher Lage (7). Menschen mit wenig Geld sind häufiger krank und haben gleichzeitig den schlechtesten Zugang zu Ärztinnen, Therapieplätzen und Vorsorge. Das ist das Ergebnis politischer Entscheidungen, und die müssen wir jetzt ändern.
Dass es anders geht, zeigt Finnland. Dort sind Gesundheitskioske Teil des öffentlichen Gesundheitssystems - kostenfrei, ohne Termin, mitten im Einkaufszentrum (4). Eine Krankenschwester misst Blutdruck, versorgt kleine Wunden, berät chronisch Kranke. Das entlastet Arztpraxen und Notaufnahmen. Das senkt Kosten und steigert die Lebensqualität. Die Universität Tampere hat das Modell über Jahre wissenschaftlich begleitet und für wirksam befunden. 50 Kioske sind in Finnland im Einsatz und auch Schweden und Norwegen haben das Konzept übernommen. Auch das sind Länder, in denen die Menschen weit verstreut leben - genau wie bei uns. Was dort seit über 15 Jahren funktioniert, muss auch in MV endlich möglich sein.
Die Lage in der Pflege spitzt sich zu. 76 von 1.000 Menschen in MV sind bereits pflegebedürftig (5) - allein zwischen 2019 und 2021 ist die Zahl um fast zwanzig Prozent gestiegen. Seit 2022 geht das gesamte Beschäftigungswachstum in der Pflege ausschließlich auf ausländisches Personal zurück (6). Wer soll die Versorgung sicherstellen, wenn immer mehr Pflegebedürftige hinzukommen und gleichzeitig die Pflegekräfte fehlen? Die Antwort kann nicht lauten: Die Angehörigen werden es schon richten. Oder: Der Markt regelt das. Die Landesregierung muss eine verlässliche Pflege für alle garantieren. Mehr Ausbildung, bessere Arbeitsbedingungen und eine Willkommenskultur, die Fachkräfte hier hält.
Am 20. September 2026 ist Landtagswahl. Wer in MV leben will, muss hier auch gesund leben können. Junge Leute, Familien, Rentnerinnen und Rentner - sie alle brauchen die Sicherheit, im Notfall versorgt zu werden. Ohne stundenlange Anfahrt. Ohne monatelange Wartezeit. Ohne Sorge, dass die Praxis um die Ecke bald für immer schließt. Versorgung ist die Grundlage dafür, dass Menschen in diesem Land bleiben. Packen wir es an!
Quellen:
(1) Gesundheitsministerium MV, zitiert im Nordkurier vom 09.01.2024: Etwa ein Drittel der rund 1.200 Hausärzte in MV sind 60 Jahre und älter
(2) Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung N013 vom 24.02.2026: Anteil ausländischer Ärztinnen und Ärzte deutlich gestiegen
(3) Robert Koch-Institut, Journal of Health Monitoring 01/2025: Lebenserwartungslücke zwischen wohlhabenden und sozioökonomisch benachteiligten Wohnregionen, rki.de/johm
(4) The Finnish Innovation Fund Sitra / University of Tampere, 2011: Health kiosks provide easy access to health services and reduce visitor numbers, sitra.fi
(5) vdek Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern: Basisdaten der Gesundheitsversorgung MV 2023/24, Teil 4: Pflege, vdek.com
(6) Mediendienst Integration, Factsheet 08.05.2026: Mehr ausländische Pflegekräfte und Ärzte, mediendienst-integration.de
(7) Bundeszentrale für politische Bildung, Sozialbericht 2024, Kap. 8.2: Gesundheitliche Ungleichheit, bpb.de
Das Robert Koch-Institut belegt: Die Lebenserwartungslücke zwischen armen und wohlhabenden Regionen beträgt bei Männern inzwischen 7,2 Jahre (3). Wer in einer strukturschwachen Gegend lebt, stirbt im Schnitt sieben Jahre früher. Sieben Jahre. In den letzten zwanzig Jahren ist diese Kluft sogar noch gewachsen. Die Bundeszentrale für politische Bildung spricht von einem engen Zusammenhang zwischen sozialer und gesundheitlicher Lage (7). Menschen mit wenig Geld sind häufiger krank und haben gleichzeitig den schlechtesten Zugang zu Ärztinnen, Therapieplätzen und Vorsorge. Das ist das Ergebnis politischer Entscheidungen, und die müssen wir jetzt ändern.
Dass es anders geht, zeigt Finnland. Dort sind Gesundheitskioske Teil des öffentlichen Gesundheitssystems - kostenfrei, ohne Termin, mitten im Einkaufszentrum (4). Eine Krankenschwester misst Blutdruck, versorgt kleine Wunden, berät chronisch Kranke. Das entlastet Arztpraxen und Notaufnahmen. Das senkt Kosten und steigert die Lebensqualität. Die Universität Tampere hat das Modell über Jahre wissenschaftlich begleitet und für wirksam befunden. 50 Kioske sind in Finnland im Einsatz und auch Schweden und Norwegen haben das Konzept übernommen. Auch das sind Länder, in denen die Menschen weit verstreut leben - genau wie bei uns. Was dort seit über 15 Jahren funktioniert, muss auch in MV endlich möglich sein.
Die Lage in der Pflege spitzt sich zu. 76 von 1.000 Menschen in MV sind bereits pflegebedürftig (5) - allein zwischen 2019 und 2021 ist die Zahl um fast zwanzig Prozent gestiegen. Seit 2022 geht das gesamte Beschäftigungswachstum in der Pflege ausschließlich auf ausländisches Personal zurück (6). Wer soll die Versorgung sicherstellen, wenn immer mehr Pflegebedürftige hinzukommen und gleichzeitig die Pflegekräfte fehlen? Die Antwort kann nicht lauten: Die Angehörigen werden es schon richten. Oder: Der Markt regelt das. Die Landesregierung muss eine verlässliche Pflege für alle garantieren. Mehr Ausbildung, bessere Arbeitsbedingungen und eine Willkommenskultur, die Fachkräfte hier hält.
Am 20. September 2026 ist Landtagswahl. Wer in MV leben will, muss hier auch gesund leben können. Junge Leute, Familien, Rentnerinnen und Rentner - sie alle brauchen die Sicherheit, im Notfall versorgt zu werden. Ohne stundenlange Anfahrt. Ohne monatelange Wartezeit. Ohne Sorge, dass die Praxis um die Ecke bald für immer schließt. Versorgung ist die Grundlage dafür, dass Menschen in diesem Land bleiben. Packen wir es an!
Quellen:
(1) Gesundheitsministerium MV, zitiert im Nordkurier vom 09.01.2024: Etwa ein Drittel der rund 1.200 Hausärzte in MV sind 60 Jahre und älter
(2) Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung N013 vom 24.02.2026: Anteil ausländischer Ärztinnen und Ärzte deutlich gestiegen
(3) Robert Koch-Institut, Journal of Health Monitoring 01/2025: Lebenserwartungslücke zwischen wohlhabenden und sozioökonomisch benachteiligten Wohnregionen, rki.de/johm
(4) The Finnish Innovation Fund Sitra / University of Tampere, 2011: Health kiosks provide easy access to health services and reduce visitor numbers, sitra.fi
(5) vdek Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern: Basisdaten der Gesundheitsversorgung MV 2023/24, Teil 4: Pflege, vdek.com
(6) Mediendienst Integration, Factsheet 08.05.2026: Mehr ausländische Pflegekräfte und Ärzte, mediendienst-integration.de
(7) Bundeszentrale für politische Bildung, Sozialbericht 2024, Kap. 8.2: Gesundheitliche Ungleichheit, bpb.de