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An: Marcus Bornheim (1. Chefredakteur ARD Tagesschau), Frederic Huwendiek (Leiter heute.de)

Top-Rubrik „Klimakrise“ auf allen ARD/ZDF-Kanälen - jetzt!

Die Klimakrise zählt zu den drängendsten Krisen unserer Zeit und spaltet unsere Gesellschaft immer mehr. Verantwortlich für diese Spaltung sind unsere großen Medienhäuser und Nachrichtenportale, die es einfach nicht schaffen, bei sehr vielen Tagesthemen den Bezug zur Klimakrise angemessen und professionell herzustellen.

Dazu zählen auch die Nachrichten-Portale von ARD und ZDF, wo die Top-Rubrik zum Thema ‚Klimakrise‘ noch immer fehlt.

Bitte richten Sie daher zeitnah diese Top-Rubrik auf allen Kanälen (Website, Apps, SmartTV,…) ein und bauen Ihre Redaktion entsprechend um. Nur so können Sie Ihren Auftrag des Medienstaatsvertrag (MstV) erfüllen und eine extreme Spaltung der Gesellschaft hoffentlich noch verhindern.

Warum ist das wichtig?

Der Öffentlich Rechtliche-Rundfunk (ÖRR) inkl. ARD und ZDF ist mit die wichtigste Säule der Demokratie. Er hat auch den Auftrag, über die wichtigsten Krisen - allen voran die Klimakrise - zu informieren und den Zusammenhalt in Bund und Ländern zu fördern.

Die Klimakrise betrifft bereits unsere privaten und wirtschaftlichen Lebensbereiche sowie viele Nachrichten jeden Tag. Insbesondere wenn man die bevorstehenden Auswirkungen aller möglichen Szenarien betrachtet, wird klar, dass eine umfassende Berichterstattung (vgl. Corona und Ukraine-Krieg) längst überfällig ist.

Hier genügt es keinesfalls, einige Artikel über ein Horror-Szenario für interessierte Mitmenschen irgendwo in der Mediathek bereitzustellen. Nur wenn aktuelle Nachrichten auch im Kontext über eine Top-Rubrik ‚Klima‘ oder ‚Klimakrise‘ dargestellt werden, kann sich bei den Meisten erst ein gewisses Grundverständnis der komplexen Zusammenhänge, aber auch wirtschaftlichen Potentiale etablieren. Das betrifft auch komplexere Zusammenhänge wie z.B. EnergieCharta oder Biodiversität, die den öffentlichen Diskurs entscheidend beeinflussen müssten.

Stattdessen sieht die Verteilung z. B. auf Tagesschau.de so aus (3.12.):
Ukraine: 3.306
Coronavirus: 2.577
Ukraine-Krieg: 2.525

Energie-Krise: 496

Klimakrise: 56

Einige Nachrichtenportale wie z.B. Spiegel, Focus haben zwar Top-Rubriken „Klima“ bzw. „Klimakrise“. Dort liegt jedoch zunehmend der Schwerpunkt auf den häufigeren Protesten, statt den Klima-Fakten und Potentialen. Süddeutsche.de hat sogar eine Top-Rubrik „Lützerath“, wo die Klima-Fakten gar keine Rolle spielen.

Die Demonstrationen und aktuellen Debatten zeigen, dass die Gesellschaft bereits enorm gespalten ist und es scheinbar in der Mitte der Gesellschaft noch immer keine gemeinsame Basis für einen sachlichen Diskurs gibt (siehe u.a. Carla Rochel bei Markus Lanz). Die großen Medien werden zunehmend über die Debatten zu den Protestformen berichten, statt den Fokus auf die eigentlichen Inhalte/Probleme/Potentiale zu richten und dadurch die Spaltung noch weiter vorantreiben, was wertvolle Zeit und Energie kosten wird.

Das wird zunehmend zum Problem, denn wie bei der Corona-Pandemie sind weitreichende Entscheidungen in Politik, aber auch der Wirtschaft auf allen Management-Ebenen notwendig. Diese können jedoch nur durchgesetzt werden, wenn ein kollektives Grundverständnis der Notwendigkeit vorhanden ist.

Weiterführende Links:
1. Online Medien Monitor: https://icdc.cen.uni-hamburg.de/omm/omm_articles_monthly_timeseries_de.html
2. ARD Onlinenutzung: https://www.ard.de/die-ard/was-wir-leisten/Onlinenutzung-100/
3. Die größten deutschen Nachrichtenportale: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/154154/umfrage/anzahl-der-visits-von-nachrichtenportalen/

4. Studie „Der Klimawandel im öffentlich-rechtlichen Fernsehen“: https://www.ard-media.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/pdf/2022/2212_Tschoetschel_Schumann_Roloff_Brueggemann.pdf
5. https://klimavoracht.de

Neuigkeiten

2023-01-18 21:20:40 +0100

25 Unterschriften erreicht

2023-01-13 20:52:02 +0100

Der Online Media Monitor on Climate Change Coverage (Kurzform: OMM) bildet die transnationale Debatte über den Klimawandel ab, wie sie sich in der Berichterstattung über wichtige journalistische Medien und auf Twitter widerspiegelt.

Das Diagramm zeigt den durchschnittlichen Prozentsatz der Artikel über den Klimawandel pro Monat in deutschen Nachrichtenagenturen.

https://icdc.cen.uni-hamburg.de/omm/omm_articles_monthly_timeseries_de.html

2023-01-09 10:30:59 +0100

10 Unterschriften erreicht