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An: Lisa Paus, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Kinderrechte auf Instagram wahren

Viele Influencerinnen verdienen Geld damit, ihre Kinder ungefragt im Internet - insbesondere auf Instagram - darzustellen. Dabei gibt es keine Grenzen. Die Persönlichkeitsrechte der Kinder werden verletzt und die Privatsphäre ist irreparabel geschädigt. Bei vielen Elternblogger*innen werden die Kinder halbnackt oder schlafend gefilmt. Das gesamte Leben ist online. Live kann man verfolgen, wie die Kinder schlafen, wann sie gestillt werden, wie ihre Kinderzimmer und Kleiderschränke aussehen, welche Krankheiten sie haben, wann sie wo im Urlaub sind, wie ihr Charakter ist. Nachzulesen für alle, für immer. Zudem werden viele der Kinder für Werbungen vor die Kamera gezerrt und niemand kontrolliert deren Arbeitszeiten. Das muss sich ändern!

Der Schutz auf Intimsphäre muss gewahrt werden:
Es muss ein (Kinder)Recht auf Schutz der eigenen Intimsphäre, insbesondere in den digitalen Medien, geben.

Deswegen fordere ich Sie auf, folgende Maßnahmen für gewerblich agierende Influencerinnen gesetzlich festzulegen:

  • Keine halbnackten (in Windeln oder Badesachen) oder gar nackten Bilder von Kindern
  • Keine Informationen über Name und Wohnort der Kinder (Damit ist der genaue Wohnort gemeint, der Rückschlüsse auf die besuchte Kita/Schule ziehen lässt)
  • Keine persönlichen Informationen über akute Krankheiten, Toilettengänge, Essverhalten
  • Keine Kinder für Werbung, es sei denn, es ist gesetzlich geregelt und kontrolliert wie bei öffentlichen Werbedrehs/Shootings
  • Kein Zeigen der privaten Räume der Kinder
  • Keine Videos, in denen Kinder bloßgestellt werden (in denen sie fallen, von den Eltern geärgert werden, einen verschmierten Mund haben, auf der Toilette sitzen, in "lustigen" Positionen eingeschlafen sind etc.)

Warum ist das wichtig?

Es gibt bisher kein Recht des Kindes auf Schutz im digitalen Raum. Eltern haben sämtliche Rechte, über ihre Schutzbefohlenen zu bestimmen. Viele sind sich sicherlich über die Risiken klar, nehmen sie aber bewusst in Kauf. Pädosexuelle laden Kinderbilder runter und schleusen sie ins Darknet ein – wo die Kinder gerated werden.

Das Netz vergisst dabei nichts: selbst gelöschte Bilder zirkulieren weiter. Auch „normale“ Bilder ohne nackte Haut reichen vielen Pädophilen Bilder als Anregung. Dabei sind die Kinder den Täter*innen schutzlos ausgeliefert. Selbst ohne Name und Adresse ist mit einem Foto die Identität des Kindes preisgegeben.

Ein weiteres Risiko ist das Mobbing von Mitschüler*innen in späteren Jahren.
Damit verletzen Elternblogger*innen vielfach die Kinderrechte, im Konkreten: Artikel 3 (Wohl des Kindes), Artikel 16 (Recht auf Privatssphäre und Ehre), Artikel 19 (Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung), Artikel 32 (Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung), Artikel 34 (Schutz vor sexuellem Missbrauch).


Quellen:
- https://www.mdr.de/brisant/ratgeber/kinderfotos-im-netz-102.html
- https://www.nordmedia.de/pages/service/film_commission/drehgenehmigungen___co_/subpages/dreharbeiten_mit_kindern_und_jugendlichen/index.html

Neuigkeiten

2022-11-17 17:23:16 +0100

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2022-11-12 13:09:11 +0100

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