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An: Mitmenschen in Stadt und Landkreis Rosenheim

Rosenheimer Aufruf zum Zusammenhalt und für Demokratie

Rosenheimer Aufruf zum Zusammenhalt und für Demokratie

Seit Wochen finden deutschlandweit und auch in Rosenheim unangemeldete Demonstrationen unter der trügerischen Bezeichnung „Spaziergänge“ gegen die Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie statt. Von Anfang an fanden sich bei den sogenannten Anti-Corona-Demos antisemitische und geschichtsverfälschende Plakate sowie Angehörige rechtsextremer Parteien. Nahezu täglich ist über eine immer stärkere Radikalisierung der Teilnehmenden zu lesen.

Gleichzeitig arbeiten in den Krankenhäusern Mediziner:innen und Pflegepersonal am Limit. Es ist uns wichtig, allen Mitarbeiter:innen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen unseren Dank auszusprechen. Wir wissen, wie wesentlich und unentbehrlich ihre Arbeit ist und haben tiefen Respekt davor, dass sie diese Arbeit auch unter den Extrembedingungen in Pandemiezeiten aufopferungsvoll verrichten.

Die Mehrheit der Menschen in Rosenheim, in ganz Deutschland, verhält sich vernünftig, solidarisch und rücksichtsvoll. Restaurants und lokale Einzelhändler halten sich an geltende Regeln und setzen die 2-G-Regel um, Kultureinrichtungen haben zum Wohl aller Menschen ihren Betrieb stark eingeschränkt oder eingestellt, viele Unternehmer:innen versuchen trotz Ausfällen mit 3-G-Regel, Quarantänen und Tests ihre Produktion auch in der Pandemie aufrecht zu erhalten. Existenzen sind gefährdet. Sie alle wissen, dass die Bekämpfung der Pandemie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Sie kann nur gemeinsam bewältigt werden.

Es kann nicht akzeptiert werden, dass die Anstrengungen zur Eindämmung des Coronavirus und die Entbehrungen durch das verantwortungslose Handeln einer Minderheit schlecht geredet und gefährdet werden. Wir vertrauen auf die Empfehlungen der Wissenschaft, um größeren Schaden von allen abzuwenden.

Wir haben das große Glück, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben, für die viele Jahrhunderte gekämpft wurde. Unsere Verfassung verpflichtet den Staat, die Grundrechte jedes einzelnen zu schützen. Daraus entsteht auch eine Verantwortung eines jeden, einer jeden für die Gemeinschaft.

Dieser Zusammenhang ist der Mehrheit der Menschen, die in unserer Stadt leben, bewusst. Das Versammlungsrecht ist ein Grundrecht und hohes Gut, welches eine wesentliche Voraussetzung für unsere demokratische Grundordnung ist. Wer allerdings Versammlungen ohne rechtliche Grundlage und ohne Verantwortliche Woche für Woche organisiert, tritt dieses Grundrecht mit Füßen. Die Parolen einer lautstarken Minderheit, dass der Staat wie eine Diktatur handle, sind absurd und verhöhnen alle Opfer von Diktaturen, in der Vergangenheit und heute.

Natürlich ist sachliche Kritik an der Coronapolitik bzw. einzelnen Maßnahmen im Rahmen eines demokratischen Diskurses berechtigt und auch wichtig. Es ist keinesfalls unser Ansinnen, dies zu unterbinden. Aber, allen sollte klar sein: Von Anfang an gab es Initiator:innen der Corona-Proteste, die die Pandemie als Vorwand nutzten und immer noch nutzen, um Verschwörungsideologien zu verbreiten, demokratische Prozesse zu diskreditieren und die Gesellschaft zu spalten. Teils gehen sie aggressiv gegen Polizist:innen und und Journalist:innen vor und versuchen Andersdenkende einzuschüchtern.

Die Unterzeichnenden verurteilen die von den Versammlungen und Aufmärschen ausgehende verbale und auch körperliche Gewalt scharf. Wer im vermeintlichen Schutz der Anonymität Straftaten begeht und Polizeibeamt:innen angreift und sogar verletzt, der stellt sich gegen unsere Wertegemeinschaft. Eine Gemeinschaft mit den im Verborgenen bleibenden Organisatoren, die gezielt das Versammlungsrecht umgehen und ihre Identität verschleiern möchten, führt in die Irre. Wer mit Rechtsextremen und Demokratiefeinden mitläuft, macht sich mitschuldig.

Wir rufen daher alle Mitbürger:innen dazu auf, nicht an Anti-Corona-Demonstrationen, Mahnwachen und sogenannten „Spaziergängen“ teilzunehmen, die sich gegen Maßnahmen richten, die eine schlimmere Ausbreitung des Corona-Virus verhindern sollen.

Als Rosenheimer:innen stehen wir auch jetzt zusammen und treten für unsere gemeinsamen Werte ein, ohne andere in Gefahr zu bringen. Da das aktuelle Infektionsgeschehen größere Demonstrationen auf der Straße nicht zulässt, sehen wir diese Erklärung als Sprachrohr und erheben unsere Stimme gegen Coronaleugner, Verschwörungstheoretiker und rechtsextreme Ideologen durch unsere Unterschrift.

Warum ist das wichtig?

Das Gesundheitspersonal arbeitet an der Grenze zur Überlastung. Wir wollen allen Mitarbeiter:innen in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdiensten, Altenheimen usw. danken. Wir haben tiefen Respekt vor ihrer Arbeit.

So wollen auch wir unseren Teil dazu beitragen, die Pandemie zu beenden und diese Anstrengungen nicht von einer lauten Minderheit torpedieren zu lassen. Deren Behauptungen, dass die Bundesrepublik wie eine Diktatur handele, sind absurd. Sie verhöhnen die Opfer von wirklichen Diktaturen.

Die Bekämpfung der Pandemie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur gemeinsam bewältigt werden kann.

Neuigkeiten

2022-01-20 10:24:46 +0100

Verbände, Gruppen und Parteien, die auch uns unterstützen, haben am Montag, 24.1., 18 Uhr selbst eine Veranstaltung organisiert, am Ludwigsplatz Rosenheim: "Gemeinsam Flagge zeigen". Mit / Von den Jusos/SPD, Grüne Jugend, FDP, Die Linke, Die Partei, OAP, T-Rex Rebellion, Rückenwind Gesundheitspersonal, SDS, Vielfaltgestalter, Vegans of Rosenheim, linksjugend[solid], Antifanten Rosenheim...

2022-01-18 16:12:37 +0100

1,000 Unterschriften erreicht

2022-01-17 12:23:45 +0100

Nächste Demo: Mi., 19.1., 19:15 Uhr, Ichikawa-Platz Rosenheim. Auch Oberbürgermeister Andreas März hat einen Redebeitrag angekündigt.

2022-01-14 22:01:42 +0100

500 Unterschriften erreicht

2022-01-12 17:49:26 +0100

100 Unterschriften erreicht

2022-01-12 14:50:49 +0100

50 Unterschriften erreicht

2022-01-12 13:34:52 +0100

25 Unterschriften erreicht

2022-01-12 11:51:48 +0100

10 Unterschriften erreicht