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An: den Regierende Bürgermeister von Berlin - Senatskanzlei - Landesredaktion / Koordinierung Berlin.de

Berlin fehlen die Worte

Berlin fehlen die Worte

Die Unterzeichnenden fordern eine Sprachauswahl auf Berlin.de, dem offiziellen Internetportal der Stadt Berlin, die die tatsächlich in Berlin gesprochenen und verstandenen Sprachen widerspiegelt. Bisher (Stand 01.11.2020) stehen neben Deutsch lediglich Englisch, Französisch und Italienisch zur Auswahl.

Wir fordern eine umgehende Ausweitung dieses Angebots auf Türkisch, Polnisch, Arabisch, Russisch und Vietnamesisch. Zudem fordern wir eine regelmäßige Evaluation der in Berlin tatsächlich gesprochenen und verstandenen Sprachen und eine entsprechende Anpassung des sprachlichen Angebots von Berlin.de.

Warum ist das wichtig?

In Berlin leben weit über 3,5 Millionen Menschen, mit mehr als 120 Muttersprachen. Über eine halbe Millionen BürgerInnen haben eine andere oder eine weitere Staatsangehörigkeit als die deutsche. Deren Liste führt die Türkische an (knapp 100.000), gefolgt von der Polnischen (über 55.000) und der Syrischen (über 32.000). Auf Berlin.de (Selbstbezeichnung: "Offizielles Stadtportal/Hauptstadtportal") stehen neben Deutsch lediglich Italienisch, Englisch und Französisch zur Verfügung. (Stand 1.11.2020).

Das ist an sich schon ein Skandal und ein bitteres Zeugnis der eingeschränkten Weltwahrnehmung der Verantwortlichen. In der derzeitige Pandemie, deren Bekämpfung nicht zuletzt eine möglichst direkte Kommunikation zwischen Regierung und BürgerInnen erfordert, ist das Fehlen etlicher in Berlin vertretenen Muttersprachen auf diesem zentralen Medium grob fahrlässig und potentiell lebensgefährdend.

Abschließend Zitate aus dem online einsehbaren Artikel des Tagesspiegels "Die Eleganz des Mischmasch" vom 11.10.2016. "Die Arbeit der Soziolinguisten wird dadurch erschwert, dass Berlin keine Sprachstatistiken führt. „Es gibt zwar Daten wie die sogenannte ‚Ausländerstatistik’“, erklärt Theresa Heyd, die als Anglistin an der FU forscht (...). „Aber daraus darf man nur sehr vorsichtig Schlüsse ziehen.“ (...) Bekannt sind immerhin die Big Five, die fünf größten Sprachen Berlins. Deutsch führt die Liste an, gefolgt von Türkisch, Arabisch, Russisch und Englisch. Höchstes Ansehen genießen Standarddeutsch und Englisch. Das sind die Sprachen, die in Schule und Kindergarten vermittelt werden. Andere Sprachkompetenzen lässt das Berliner Bildungssystem links liegen. Sie werden nicht einmal erfasst. „Es gibt kein politisches Interesse daran, welche weiteren Sprachkenntnisse in den Familien sonst noch schlummern“, sagt Patrick Stevenson, Germanistikprofessor an der University of Southampton." Zitatende. Berlin fehlen die Worte. Das ist eine Schande!


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Ich bin Sprachlehrerin und erlebe immer wieder, wie ungleich Sprachkompetenzen gewertschätzt werden. Du kannst Schwedisch? Das ist aber toll. Du sprichst Arabisch? Nicht der Rede wert. Berlin könnte hier mit vergleichsweise geringem Aufwand einen Meilenstein im Umdenken setzen!
  • Ich habe unterschrieben, weil sich Berlinerinnen und Berliner dann angesprochen fühlen, wenn sie auch angesprochen werden - und dafür braucht es mehr als nur 4 Sprachen.
  • Ich unterschreibe, weil nur eine vielsprachige Stadtgesellschaft Berlin demokratisch, bunt und lebenswert macht.

Neuigkeiten

2020-11-20 12:23:50 +0100

Jetzt auch als Videos, English subtitles included! Please share! Bitte teilen! https://www.youtube.com/channel/UCg_kg_63lGx6TQT9LBGyK5w

2020-11-19 09:47:51 +0100

+++ Short English version +++
We demand a language selection on Berlin.de, the official internet portal of the city of Berlin, which reflects the languages actually spoken and understood in Berlin. So far (as of November 1st, 2020) only English, French and Italian are available in addition to German.
We demand an immediate expansion of this offer to Turkish, Polish, Arabic, Russian and Vietnamese. In addition, we demand a regular evaluation of the languages actually spoken and understood in Berlin and a corresponding adjustment of the linguistic offer of Berlin.de.
Well over 3.5 million people live in Berlin. Over half a million citizens have another nationality than the German. The Turkish heads the list, followed by the Polish and the Syrian. In addition to German, only Italian, English and French are available on Berlin.de.

2020-11-18 20:03:33 +0100

Zur Feier der 1000. Unterschrift gibt es zwei neue Kanäle:
https://www.facebook.com/Berlinfehlendieworte/
https://twitter.com/RalfKrmer8

2020-11-18 14:17:29 +0100

1,000 Unterschriften erreicht

2020-11-16 15:17:21 +0100

Stand der Dinge II: Wo soll es hingehen? Jetzt ist die perfekte Zeit für diese Petition: a) Die Zusammenarbeit des Senats mit der Betreibergesellschaft von berlin.de wird Ende 2021 enden. Auf Anfrage hat ein MdA gemailt: "In diesem Prozess bin ich sicher, dass die Vielfalt Berlins entsprechend berücksichtigt wird." Skeptisch stimmt in diesem Punkt die momentane Praxis und dass die integrationspolitische Sprecherin der SPD im Tagesspiegel hier jetzt schon "finanzielle Hürden" sieht.
b) Noch ein Zitat aus dem Tagesspiegel: "Die Regierungskoalition habe über eine amtliche Spracherfassung bisher nicht diskutiert. Im Koalitionsvertrag des Senats ist sie nicht vorgesehen." Aber: Im Herbst 2021 wird in Berlin wieder gewählt. Die Parteien erarbeiten gerade ihre Programme. Gerade jetzt wird in den zuständigen Stellen an entscheidenden Schrauben gedreht. Gerade jetzt haben wir eine realistische Chance, dass unsere Forderungen nicht nur wahrgenommen, sondern auch umgesetzt werden!

2020-11-16 15:16:12 +0100

Stand der Dinge I: 556 Unterschriften haben wir bisher! Von verschiedenen Seiten kamen zudem wertvolle Anmerkungen und weiterführende Informationen. Im sehr lesenswerten Artikel auf Tagesspiegel.de kommt u.a. die Linguistin Heike Wiese zu Wort: "Für Menschen, die in der dritten Generation in Deutschland leben, wäre eine Übersetzung des Hauptstadtportals (...) ein wichtiges Signal der Wertschätzung." Und "Für Neuzugezogene hingegen sei die Bereitstellung von Informationen in Sprachen, die sie bereits fließend beherrschen, besonders während der Pandemie viel wichtiger." Das ist nur eine von etlichen Wortmeldungen, die in den letzten Tagen die Relevanz unseres Anliegens bestätigt haben. Der Tagespiegelartikel wurde 25 mal kommentiert, aber in Reaktion auf ihn wurde die Petition - wenn überhaupt - nur vereinzelt unterzeichnet. Die meisten neuen Unterschriften in kurzer Zeit gab es bisher offenbar, wenn Initiativen und Vereine die Petition auf facebook geteilt haben.

2020-11-11 12:12:26 +0100

Wir sind im Tagesspiegel! Zitat: "Ein größeres Sprachangebot auf Berlin.de wäre laut Wiese „ein wichtiges Signal in einer modernen Gesellschaft, die immer mehrsprachig ist“. Großartig! Weiter geht's! https://www.tagesspiegel.de/berlin/wir-tun-so-als-seien-wir-einsprachig-petition-fordert-mehr-sprachvielfalt-auf-berlins-hauptstadtportal/26609384.html

2020-11-10 18:59:20 +0100

Pünktlich zur 500. Unterschrift gibt es Neuigkeiten aus dem Landesamt für Statistik. Sprachen in Berlin werden zwar nicht regelmäßig erhoben, es liegen aber Zahlen aus dem Zusatzprogramm des Mikrozensus vor, welche Sprache 2017 im jeweiligen Haushalt vorwiegend gesprochen wurde. Bei der entsprechenden Frage gibt es einen interessanten Vorsatz: Ausdrücklich wird festgestellt, dass es reicht, wenn EIN Mitglied des Haushaltes diese Frage beantwortet. Ergebnis: Von 2000 Haushalten gaben 1652 an, dass vorrangig Deutsch gesprochen wird. Es folgten Türkisch (40), sonstige europäische Sprachen (37), Englisch (34), Russisch (31), Arabisch und "sonstige asiatische Sprachen (22). In 96 Haushalten wurde keine Angabe zur Sprache gemacht. Französisch und Italienisch kamen auf jeweils 6 Haushalte. Weiter geht's!

2020-11-10 18:20:31 +0100

500 Unterschriften erreicht

2020-11-09 14:16:25 +0100

Es läuft gut an! Höchste Zeit, Kritik zu erwidern. 1. Deutsch ist Amtssprache. Wäre es nicht besser, wenn alle, die hier leben, Deutsch lernen? 2. Die Petition ist falsch adressiert. Zu 1. Das ist hier nicht das Thema. Zudem sagen Nationalität und Herkunft selbstverständlich nichts darüber aus, ob jemand (auch) Deutsch kann. Es geht um eine Anerkennung der Realität. In Berlin werden viele Sprachen gesprochen. Das Landesamt für Statistik sollte diese Vielfalt erforschen. Das mit Steuern finanzierte Service-Portal (inkl. App) der Stadt sollte möglichst viele BürgerInnen möglichst direkt erreichen. Auch das Arbeiten und Steuerzahlen ist schließlich von der Amtssprache unabhängig. Zu 2. Berlin.de wird als ÖPP von einer GmbH betrieben. Derartige Strukturen sind ein weites Feld, das sehr gerne mit anderen Petitionen beackert werden kann. Ganz pragmatisch geht es in dieser Petition aber um das Selbstverständnis dieser Stadt und ihrer Verwaltung. Entsprechend ist sie adressiert.

2020-11-07 18:27:36 +0100

100 Unterschriften erreicht

2020-11-06 15:52:47 +0100

Eine Antwort des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg ist da! Zitat: "Die von Ihnen gewünschten Angaben zu Sprachen, die in Berlin gesprochen und verstanden werden sind nicht Bestandteil der amtlichen Statistik. (...) Die Entscheidung, welche Daten in der amtlichen Statistik erhoben werden, trifft der Gesetzgeber." Ein Grund mehr, weiter "Berlin fehlen die Worte" zu teilen!

2020-11-06 12:10:05 +0100

Der "Regierende Bürgermeister von Berlin" hat reagiert und seine jüngste Ansprache vor zwei Tagen auf Englisch online gestellt. Ein Minimalziel ist schonmal erreicht. Man kann also etwas bewegen, wie sich in der Kommentarspalte des deutschen Videos ablesen lässt. Weiter geht's! https://www.youtube.com/watch?v=Og1ylPGbBVk

2020-11-03 16:41:50 +0100

50 Unterschriften erreicht

2020-11-02 16:19:07 +0100

Am Anfang stand die aktuelle Ansprache von Michael Müller zu den neuen Corona-Regeln, die lediglich auf Deutsch, ohne weitere Untertitelung ins Netz gestellt worden war. Daraufhin schrieb ich eine Mail an die zuständige Senatsstelle. Gerade kam diese Antwort. So kann's gerne weitergehen! https://www.facebook.com/photo?fbid=10219376801032853&set=a.1190655048642

2020-11-02 16:15:53 +0100

Vielen Dank für den Hinweis! Informationen zum Coronavirus stellt Berlin.de offenbar auch auf Türkisch, Arabisch, Russisch und Polnisch zur Verfügung. Das ändert allerdings nichts am Sinn meiner Petition. Zum einen wird auf dieses spezielle erweiterte Sprachangebot auf der Startseite nicht hingewiesen. Im Zweifelsfall muss man also Deutsch können, um zu Information auf Arabisch zu gelangen... Zum anderen stellt sich doch die grundsätzliche Frage: Wen will eine Stadt mit ihrem offiziellen Portal erreichen und wen ignoriert sie? München.de bietet sich schon auf der Startseite siebensprachig an, Russisch, Arabisch und Chinesisch inklusive. Diese Stadt kommt ihren TouristInnen weiter entgegen als Berlin den eigenen BewohnerInnen.

2020-11-02 13:04:25 +0100

25 Unterschriften erreicht

2020-11-01 20:50:37 +0100

10 Unterschriften erreicht