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An: Svenja Schulze, Umweltministerin BMU – CC: Frans Timmermanns, EU-Kommissar für Klimaschutz

Das Unheil über unseren Köpfen! – Die ignorierte Gefahr der Emissionen im Luftverkehr

Das Unheil über unseren Köpfen! – Die ignorierte Gefahr der Emissionen im Luftverkehr

Wir haben eine KLIMAKRISE und sie ist im Wesentlichen die Folge eines jahrzehntelangen gigantischen Missbrauchs der Atmosphäre, der dünnen Schutzhülle unseres Planeten!
Pausenlos werden rund um den Globus unvorstellbare Schadstoffmengen in die Luft geblasen!
Die Emissionen im globalen Massenflugverkehr haben daran einen entscheidenden und überproportional wachsenden Anteil!

Die Schadstoffe der Flugzeuge werden vorwiegend in die obere Troposphäre (in ca. 10 km Höhe) emittiert und treffen hier die verwundbarste Schicht der komplexen Atmosphäre. Hier dominieren die sog. „Nicht-CO2-Emissionen“, wie z.B. Stickoxide (NOx), Wasserdampf, Aerosole etc., die eine drei- bis fünffach größere destruktive Wirkung auf das Klima haben, als die CO2-Effekte. Wegen ihrer vielschichtigen physikalischen und chemischen Eigenschaften lassen sich diese auch nicht in CO2-Äquivalente umrechnen! Die Substanzen der „Nicht-CO2-Emissionen“ sind hochgiftig und entstehen selbst beim Einsatz regenerativer Treibstoffe!

Das Umweltbundesamt (UBA) hat im November 2019 eine umfangreiche Studie (130/2019) zum Thema „Umweltschonender Luftverkehr“ vorgelegt. Laut dieser Studie sind die Klimaziele 2030/2050 des Pariser Abkommens ohne eine regulatorische Eingrenzung der „Nicht-CO2-Emissionen“ im Luftverkehr nicht zu erreichen! Das UBA gehört zum Geschäftsbereich des Umweltministeriums (BMU) und fällt somit in die Zuständigkeit von Frau Svenja Schulze.

FORDERUNGEN zur BEGRENZUNG der „NICHT-CO2-EMISSIONEN“ im LUFTVERKEHR:

1. Im Namen unserer nachfolgenden Generationen fordere ich Frau Schulze auf, alle entsprechenden Handlungsempfehlungen „ihres“ Umweltbundesamtes ohne weitere Verzögerung in konkrete Maßnahmen umzusetzen, damit die Klimaziele von Paris nicht verfehlt werden und um die Bevölkerung vor großen gesundheitlichen Schäden zu schützen.

2. Frau Schulze muss bei der Behandlung der „Nicht-CO2-Thematik“ zusammen mit ihrem EU-Kollegen Frans Timmermanns im Rahmen des GREEN DEAL eine globale Vorreiterrolle einnehmen und die transformative Entwicklung des zivilen Luftverkehrs beschleunigen.

3. Im aktuellen Zertifikatehandel müssen die „Nicht-CO2-Effekte“ entsprechend ihrer Wirkung ab sofort mit mindestens dem dreifachen CO2-Preis zu Buche schlagen.

4. Die „Nicht-CO2-Emissionen“ im Flugverkehr müssen mit geeigneten regulatorischen Mitteln auf ein Maß begrenzt werden, welches zum einen die Temperatur-Klimaziele von Paris nicht gefährdet und zum anderen ein Kippen der gesamten Biosphäre verhindert. Beispiele für geeignete regulatorische Mittel: Abbau aller Subventionen, Einstellung aller Kurzstreckenflüge, Entwicklung von Strategien zur Reduzierung der Flugbewegungen.

Warum ist das wichtig?

In rund 10 km Reiseflughöhe sind Flugzeuge fast die einzigen anthropogenen Emittenten von Stickoxiden (NOx), Wasserdampf, Aerosole etc. Diese „Nicht-CO2-Emissionen“ im Luftverkehr lassen sich nicht in CO2-Äquivalente umrechnen und wirken aus folgenden Gründen auf das Klima besonders destruktiv:

1. Die Nicht-CO2-Effekte werden durch Emissionen von Partikeln, Wasserdampf, Schwefel und Stickoxiden ausgelöst. Die Emissionen wirken teils direkt, wie der Wasserdampf, größtenteils jedoch indirekt, d. h. durch physikalische Prozesse und chemische Umwandlungen in der Atmosphäre entstehen erst die strahlungsverändernden Substanzen.

2. Da es sich bei dem Übereinkommen von Paris (ÜvP) um ein Temperatur-Ziel handelt, sind grundsätzlich alle Emissionen und klimaverändernden Effekte zu berücksichtigen und damit neben dem CO2 auch die „Nicht-CO2-Effekte“ des Luftverkehrs.

3. Die „Nicht-CO2-Effekte“ des Luftverkehrs treten selbst beim Einsatz alternativer postfossiler Kraftstoffe auf.

4. Der Anteil des Luftverkehrs an der gesamten anthropogenen Strahlungsverstärkung wird darüber hinaus überproportional zunehmen, da die anderen Sektoren voraussichtlich deutlich früher und weitergehend ihre CO2-Emissionen mindern werden.

Die obigen Erläuterungen 1 bis 4 sind Auszüge und Zitate aus der neuen Studie des
Umweltbundesamtes (UBA) mit dem Titel: TEXTE 130/2019 „Umweltschonender Flugverkehr“. Siehe unter: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2019-11-06_texte-130-2019_umweltschonender_luftverkehr_0.pdf
Diese 150-seitige Studie vom 06. Nov. 2019 bietet erstmalig eine solide Zusammenfassung des über Jahrzehnte weltweit angesammelten Wissens über die Auswirkungen des Flugverkehrs auf das globale Klima.

Weitere Anmerkungen zu den „Nicht-CO2-Emissionen“:
• Seit Jahrzehnten gibt es die grundsätzlichen Erkenntnisse über die destruktive Wirkung der „Nicht-CO2-Emissionen“, ohne dass nennenswerte Gegenmaßnahmen getroffen wurden.
• Das Abkommen von Paris als reines Temperaturziel (2°/1,5°) greift bei der Betrachtung der „Nicht-CO2-Effekte“ zu kurz, da diese unabhängig von der Erderwärmung durch vielschichtige physikalische Prozesse und chemische Umwandlungen zusätzlich eine imminente Gefahr für das Überschreiten sog. „Kipp-Punkte“ darstellen mit der Gefahr irreversibler Zustandsänderungen. Siehe hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/Kippelemente_im_Erdklimasystem
• Eine große Unbekannte ist das Maß der Emissionen in der militärischen Luft- und Raumfahrt. Umso wichtiger ist es, dass die globale Politik mit den transformativen Entwicklungen in der zivilen Luftfahrt zügig vorankommt und damit der militärischen Luft- und Raumfahrt hoffentlich Impulse für die eigene Transformation geben kann.

Die aktuellen Prognosen der Luftfahrtindustrie in der Corona-Krise:
Die globale Luftfahrtindustrie hat erklärtermaßen das Ziel, mit allen Mitteln schnellstmöglich auf den alten exponentiellen Wachstumspfad zurückzukehren. Die Prognosen der Luftfahrtorganisationen ICAO, IATA und der Flugzeughersteller Airbus und Boeing gehen von einer weiteren Verdoppelung der Passagierzahlen auf ca. 8 Mrd. innerhalb 14 bis 16 Jahren aus.

Zudem soll es ab 2026 auch wieder Überschallflüge im Passagier- und Frachtverkehr geben. Bei alledem wird sich diese seit Jahrzehnten hochsubventionierte Luftfahrtbranche nicht genieren, erneut milliardenschwere Staatshilfen in Anspruch zu nehmen und eine Reduzierung der Umweltauflagen zu fordern, da man ja zu den systemrelevanten Unternehmen zählt.

Wenn wir diese Entwicklung jetzt nicht beherzt stoppen und zurückfahren, können nur noch eine Ausweitung der gegenwärtigen Corona-Pandemie oder neue Epidemien mit weiteren „Lockdowns“ helfen, einen „Super-GAU“ der Atmosphäre zu verhindern. Falls wir uns mit dieser Vorstellung nicht anfreunden wollen, gilt es dieser fatalen Entwicklung schnell und massiv Einhalt zu gebieten!
• Das mit Abstand relevanteste System unseres Planeten ist unsere nicht ersetzbare Atmosphäre, die mit absoluter Priorität als solches behandelt und geschützt werden muss.
• Im Hinblick auf unsere nachfolgenden Generationen dürfen wir ein erneutes „Weiter so“ nicht zulassen – Dies gilt erst recht in oder nach der Corona-Krise.

Bei alledem geht es ausdrücklich nicht darum, die grundsätzliche und systemische Bedeutung des globalen Luftverkehrs infrage zu stellen, sondern darum, in Verantwortung für unsere nachfolgenden Generationen ein klima- und sozialverträgliches Niveau zu erreichen, auf dem sich der Luftverkehr nachhaltig konsolidieren kann.

In diesem Sinne bitte ich Sie/Euch, diese Petition zu unterstützen und gerne auch zu verbreiten.

Herzlichen Dank.
Alfred M. Linneberg

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Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Eine sehr wichtige Petition! Ihr Ziel ist nur zu erreichen, wenn die Flugzeuge, die jetzt am Boden sind, dauerhaft dort bleiben! Kerosin muss endlich angemessen besteuert werden, Flüge müssen viel teurer werden! Die Vermeidung von Flügen erfordert von einem Großteil der Bevölkerung eine Änderung des Lebensstils. Ich halte diese für die Nagelprobe darauf, ob insbesondere die linksgrüne Klientel bereit ist, nicht nur ökologisch zu reden, sondern auch ökologisch zu handeln, selbst wenn es weh tut.
  • Es ist eine Schande, den Luftverkehr außen vor zu lassen. Es muss sich was ändern. Die Emissionen, welche nicht CO2 sind, sind viel schädlicher für die Atmosphäre, dafür muss ordentlich bezahlt werden! Fliegen ist viel viel zu billig. Dafür gab es keine Subventionen mehr geben...
  • Es kann ja nicht sein, dass nur die terrestrischen Verkehrsformen (PKW, LKW) klimaschützende Massnahmen ergreifen müssen. Die Luftfahrt hat ja durch ihren ruinösen Wettbewerb schon genug Schaden angerichtet. Auch wir müssen halt akzeptieren, dass Flugtickets teurer werden und wir - wo möglich - auf klimaschonendere Verkehrsmittel wie z.B. die Bahn umsteigen müssen.

Neuigkeiten

2020-09-10 13:45:14 +0200

1,000 Unterschriften erreicht

2020-07-25 18:09:41 +0200

Interessanter Artikel zum Thema "Klimaschutz im Flugverkehr" vom 06. Juli 2020:
https://www.klimareporter.de/international/im-flugverkehr-gibt-es-de-facto-keinen-klimaschutz

2020-07-22 09:26:57 +0200

500 Unterschriften erreicht

2020-07-16 18:32:46 +0200

Links zu Daten + Fakten vom 16. Juli 2020
(siehe unten)

3. Thema Wasserstoff und alternative Antriebstechniken
https://www.rnd.de/wirtschaft/fur-80-passagiere-top-wissenschaftler-baut-wasserstoff-flieger-CW2E55CJRPCB7UT2ZAQW4QCA6Q.html

4. Gefährliche Kipp-Punkte (Tipping Points)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kippelemente_im_Erdklimasystem

5. Die Luftfahrtbranche nutzt die Corona-Krise, um sich dem Klimaschutz zu entziehen!
https://www.t-online.de/nachhaltigkeit/id_88163066/corsia-wie-sich-die-l...

2020-07-16 14:21:51 +0200

Daten + Fakten zu meiner Petition – 16. Juli 2020

1. Das exponentielle Wachstum des Luftverkehrs bis 2019
• 4,3 Milliarden Passagiere = 4. Verdoppelung seit 1945!

2. Schadstoffmengen 2019
• 37 Milliarden Tonnen betrug der Gesamt-CO2-Ausstoß!
• Daran hatte der globale Flugverkehr einen Anteil von ca. 1 Milliarde Tonnen CO2!
• Zusammen mit den „Nicht-CO2-Emissionen“ bewegt sich die destruktive Wirkung des Flugverkehrs schon heute in der Nähe von 10 %!

3. Thema Wasserstoff
• Die neue „Wasserstoffstrategie“ (Juni 2020) kann zwar die CO2 Emissionen vermindern, jedoch die „Nicht-CO2-Problematik“ im Flugverkehr keinesfalls lösen.

4. Gefährliche Kipp-Punkte (Tipping Points)
• Neben dem Treibhauseffekt gibt es durch die „Nicht-CO2-Emissionen“ des Luftverkehrs vor allem ein enormes Risiko für die Überschreitung sog. „Kipp-Punkte“ (Gefahr von irreversiblen Destabilisierungen).

5. Die Luftfahrtbranche nutzt die Corona-Krise, um sich dem Klimaschutz zu entziehen!

2020-06-10 11:04:32 +0200

100 Unterschriften erreicht

2020-06-09 12:32:42 +0200

50 Unterschriften erreicht

2020-06-06 11:29:48 +0200

25 Unterschriften erreicht

2020-06-02 21:46:48 +0200

10 Unterschriften erreicht