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An: Gemeinderat der Stadt Sinsheim

Alltagsmenschen

Alltagsmenschen

Wir, eine Gruppe Sinsheimer Bürger*innen, wünschen, dass der Gemeinderat der Stadt Sinsheim sich trotz überwiegend positiven Feedbacks bei der Umfrage zum Erwerb einiger Skulpturen der Künstlerin Christel Lechner mit den Themen Diversität, Interkulturalität und Inklusivität auseinandersetzt und dies in seine Entscheidung einfließen lässt bzw bei einer positiven Entscheidung zum Erwerb darüber nachdenkt, inwieweit sich diese Prinzipien gleichzeitig oder kurzfristig nachfolgend ebenfalls im öffentlichen Raum abbilden lassen.

Warum ist das wichtig?

Die Alltagsmenschen der Künstlerin Christel Lechner haben in den letzten Wochen und Monaten unbestritten vielen Menschen Freude gemacht, ein Schmunzeln oder Heiterkeit hervorgerufen und vielen Fotos als Kulisse gedient.
Ein Teil der Skulpturen soll nun erworben werden und damit langfristig im Sinsheimer Stadtbild verbleiben.
Spätestens jetzt aber - und zum Teil auch schon zuvor während der Ausstellung - fragen sich die Unterzeichnenden dieser Petition (allesamt Bürger*innen der Stadt oder Beschäftigte in Sinsheimer Einrichtungen und damit der Stadt Verbundene): Ist dies der Sinsheimer Alltag? Welches Bild wollen wir vom Sinsheimer Alltag zeichnen und vermitteln?

In Sinsheim haben viele Menschen ihre Heimat gefunden und leben bereits seit Generationen in der schönen Kleinstadt im Herzen des Kraichgau.
Es gibt Menschen, deren Eltern oder Großeltern aus der Türkei, Rumänien, Polen, Indien, Sri Lanka, Nigeria, Mali, Elfenbeinküste, Syrien, Afghanistan, Russland und einigen anderen Ländern kommen. Sinsheim ist Heimat für viele Menschen mit unterschiedlichen Lebensläufen. Die Vielfalt und Diversität einer Stadt ist ein Geschenk, da wir alle voneinander lernen, vielleicht sogar Unbekanntes entdecken können.

Bei den „Alltagsmenschen“ betont die Stadt Sinsheim ausdrücklich, dass die Installationen in der Stadt entschieden inklusiv verstanden werden wollen.
„Wer immer die Figuren entdeckt und betrachtet, ist angehalten selbst ein Teil der Szene zu werden.“, heißt es dazu aus dem Stadtmarketing. „Gleich welcher Herkunft oder Hautfarbe, welchen Alters oder Geschlechts. Die Ausstellung ist jedem zugänglich, ob groß klein, dick oder dünn, für Menschen mit Behinderung und ohne.“
Nun stellt sich die Frage, wie Schwarze Menschen, People of Color, muslimische Frauen mit Hijab, jüngere Menschen, behinderte Menschen selbst Teil einer Szene werden, mit der sie sich nicht identifizieren können?
Es ist wichtig, dass eine Stadt wie Sinsheim keine eindimensionale Haltung vertritt, sondern allen Bürger*innen die Möglichkeit bietet, sich mit ihrer Heimat zu identifizieren.
An der Umfrage zu den Alltagsmenschen beteiligten sich laut RNZ mit überwiegend positivem Feedback 300 Bürger*innen.
In Sinsheim leben aber über 35.000 Menschen. Vielleicht haben sich viele Menschen an der Umfrage nicht beteiligt, da sie sich in den Figuren nicht wiederfinden?
 
Unser  Fazit: wir danken der Stadt Sinsheim für ihre Bemühungen zur Verschönerung und kulturellen Aufwertung des Stadtbildes!
Wir wünschen uns gleichzeitig, dass der Sinsheimer "Alltagsmensch" den Sinsheimer Alltag in all seinen Facetten erfasst! Kunst, die den Begriff "Alltag" in einer modernen Stadt abbildet, muss ein Zeichen für Diversität, Interkulturalität und Inklusivität setzen und Menschen abbilden, in denen sich die Mehrzahl der Betrachtenden wiederfinden und somit damit identifizieren kann.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Anfrage an eine/n Schwarze*n Künstler*in?
Schwarze Menschen oder People of Color sollten in Sinsheim auch Teil der Alltagsmenschen sein und von diesen in ihrer Kunst dargestellt werden.

Zudem wäre es schön, die Palette der Alltagsmenschen von Frau Lechner mit Kindern, Jugendlichen, Rollstuhlfahrer*innen und Eltern mit Kinderwagen zu erweitern und die Künstlerin dahingehend anzufragen.

Auch Vertreter*innen der anderen Bevölkerungsgruppen, die zum Teil schon lange hier mit ihren Kulturvereinen präsent sind, könnten um Beiträge angefragt werden.
Ebenso wie eventuell ein/e Künstler/in aus der Werkstatt für behinderte Menschen, auch Teil Sinsheims?
Geben wir ihnen die Möglichkeit, ihre "Alltagsbilder" den in Sinsheim verbleibenden Alltagsmenschen an die Seite zu stellen!

Damit Sinsheim seine Diversität auch stolz präsentieren kann...

Neuigkeiten

2020-10-27 14:26:41 +0100

50 Unterschriften erreicht

2020-10-25 15:54:17 +0100

25 Unterschriften erreicht

2020-10-25 09:38:58 +0100

10 Unterschriften erreicht